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Aus zwei mach eins – Der Tag der Deutschen Einheit

Zum 25. Mal feiern die Deutschen heute den „Tag der Deutschen Einheit“. Als Millionen Menschen in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1990 die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten feierten, endete damit auch der Kalte Krieg zwischen Ost und West. Um die historische Bedeutung dieses Tages zu verstehen, muss man einige Jahrzehnte in die deutsche Geschichte zurückblicken.

Deutschland verliert den II. Weltkrieg

Die vier Besatzungszonen der Siegermächte

Nachdem Deutschland 1945 den II. Weltkrieg verloren hatte, wurde es durch die Alliierten in Ost- und Westdeutschland aufgeteilt: Die Sowjetunion war im Osten und die Amerikaner, Engländer und Franzosen im Westen. Schon sehr bald nach der Besetzung diskutierte man über die Zukunft Deutschlands. Die Alliierten wollten, dass Deutschland ein gemeinsamer, sozialer und föderalistischer Staat werden sollte. Aus dem besetzten Westen wurde dann 1949 die „Bundesrepublik Deutschland“. Der sogenannte Parlamentarische Rat erarbeitete eine Verfassung, das Grundgesetz, das auch heute noch gültig ist.

Die Sowjets aber hatten anderen Vorstellungen davon, wie die Menschen in einem Staat miteinander leben sollten. Sie wollten Ostdeutschland in den damals kommunistischen Ostblock einbinden und gründeten 1949 die Deutsche Demokratische Republik, kurz DDR.

Bau der Berliner Mauer – Das Leben in der DDR

Die beiden neugegründeten, deutschen Staaten entwickelten sich sehr unterschiedlich. In Westdeutschland begann der wirtschaftliche Aufschwung, die Menschen konnten sich wieder etwas leisten und es gab vieles zu kaufen. Im Osten ließ der Aufschwung hingegen auf sich warten. Dies hatte zur Folge, dass vor allem viele junge Menschen den Osten Deutschlands verließen und lieber im Westen leben wollten. Die Regierung der DDR wollte dies verhindern und entschloss sich 1961 dazu, die Grenze nach Westdeutschland abzuriegeln. Wie ein eiserner Vorhang trennte seitdem Stacheldraht und Mauer Berlin und Deutschland in Ost und West und trennte so auch Familien und Freunde für viele Jahre, denn über diese Grenze konnte man nicht einfach rüberfahren. Über 100 Menschen, die trotzdem versuchten die Grenze zu überqueren, verloren dabei ihr Leben.

Ostdeutsche Bereitschaftspolizisten sichern die Stacheldrahtsperre vor dem Brandenburger Tor.

Das Sagen in der DDR hatte die Partei, die das Land regierte: Die SED. Und die SED bestimmte in der DDR so gut wie alles: Was in der Schule gelernt werden musste, wie man zu leben und zu arbeiten hatte. Menschen die mitreden wollten oder die Ideen hatten, wie man die DDR verbessern könnte, mussten dies heimlich tun, denn die Partei fand sich selbst so gut, dass jeder, der eine andere Meinung hatte als sie, damit rechnen musste, bestraft zu werden. Um „Andersdenkende“ zu finden ließ die Partei das eigene Volk durch das Ministerium für Staatssicherheit, kurz Stasi, bespitzeln. Man schätzt, das fast 280.000 Menschen in der DDR im Gefängnis saßen, weil sie eine andere Meinung hatten als der Staat.

Montagsdemonstrationen – Der Anfang vom Ende der DDR

Bau der Berliner Mauer

Die Zahl der Menschen, die darüber verärgert waren, dass sie nicht offen ihre Meinung sagen und ihre Freunde und Verwandten im Westen besuchen durften, wuchs mit der Zeit immer stärker an. Und je mehr es wurden, desto weniger konnte die Regierung der DDR dagegen unternehmen.
Viele Menschen waren aber nicht nur ärgerlich. Sie waren so unzufrieden mit ihrem Leben in der DDR, dass sie nur noch eins wollten: Raus! Viele Menschen flohen deshalb im Sommer 1989 heimlich über die Grenze Ungarns in den Westen. Die Menschen, die in der DDR blieben, schlossen sich zusammen und demonstrierten gegen den Staat. Immer montags, nach dem Friedensgebet in der Nikolaikirche in Leipzig, liefen die Menschen durch die Straßen und riefen nun ganz laut, was sie wollten: „Wir sind das Volk!“ und „Demokratie – jetzt oder nie!“

Gefangene im Stasi-Gefängnis

Die Montagsdemonstrationen begannen der Partei Angst zu machen, denn zu lange hatte sie einfach nur zugesehen, wie zuerst Hunderte, dann Tausende und zuletzt Hunderttausende Bürger für Veränderungen in der DDR demonstrierten.

Fall der Berliner Mauer und Wiedervereinigung

Montagsdemo in Leipzig 1989

Am 9. November 1989 war es schließlich soweit: Ein Sprecher der DDR verkündete, dass die Grenzen zwischen der DDR und BRD jetzt offen seien. Darauf hatten die Menschen jahrelang gewartet. Noch in der Nacht strömten tausende Menschen zur Grenze und tanzten vor Freude auf der Mauer, viele lagen sich vor Freude weinend in der Armen. Dies war das Ende der Berliner Mauer, die 28 Jahre lang Ost und West voneinander getrennt hatte.

Bereits im März 1990 wurden in der DDR die ersten freien Wahlen abgehalten, bei der zum ersten Mal mehrere Parteien gewählt werden konnten. Das neue Parlament, die Volkskammer, entschied am 23. August, dass die DDR aufgelöst und der Bundesrepublik Deutschland beitreten solle.

9. November 1989 – Fall der Berliner Mauer

Am 03. Oktober 1990 trat der Einigungsvertrag zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland in Kraft. Ab diesem Tag hatte die Bundesrepublik Deutschland 5 Bundesländer mehr: Brandenburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen – Anhalt und Mecklenburg – Vorpommern. Seitdem gibt es nur noch EIN Deutschland und alle Bürgerinnen und Bürger gehören zusammen – und das feiern wir!

Zum Gedenken an diesen historischen Tag erklärte man den 03. Oktober zu einem Nationalfeiertag, dem „Tag der Deutschen Einheit“.

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