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Die goldene Himbeere – Die Frucht für das Schlechteste

Die Goldene Himbeere (Im Englischen „The Razzie Awards“), auch „Anti-Oskar“ genannt, wurde dieses Jahr bereits zum 39. Mal an die Schlechtesten in Hollywood verliehen. Dennoch ist der Negativ-Preis nicht so bekannt wie der Oskar, doch das wollen wir mit diesem Artikel ändern.

Was ist die Goldene Himbeere jetzt genau?

Bei dem Preis handelt es sich um das Gegenstück zum Oskar, das 1981 eingeführt wurde: Hier werden die Statuen nicht an die mit den guten Leistungen verliehen, sondern die schlechten Leistungen werden gekürt, und zwar in ähnlichen Kategorien wie beim Goldjungen.

Die Bedeutung im Englischen, wo der Award „The Golden Raspberry“, kurz, „The Razzies“ heißt, führt auf eine Redewendung zurück. Das sogenannte to blow a raspberry (eine Himbeere blasen) bedeutet nämlich etwas Ähnliches wie „ein Furzgeräusch mit dem Mund machen“ und ist daher ein Ausdruck der Missbilligung.

Wie läuft das Ganze dann ab?

Zunächst wird jedes Jahr über den schlechtesten Film generell, den schlechtesten Schauspieler, die schlechteste Schauspielerin, das schlechteste Leinwandpaar, den schlechtesten Nebendarsteller, die schlechteste Nebendarstellerin, die schlechteste Neuverfilmung oder Fortsetzung, die schlechteste Regie und über das schlechteste Drehbuch des Jahres geurteilt. Dann wird passend nach den Kriterien nominiert, welche Filme oder Schauspieler die Himbeere in der einen oder anderen Kategorie bekommen könnten, meistens gibt es dann vier oder fünf Filme und Schauspieler, die in einer Kategorie nominiert werden.

Das Logo der Razzie Awards, die von der Golden Raspberry Award Foundation (G.R.A.F.) verliehen werden, der Filmkritiker, Journalisten und Filmschaffende aus 42 US-Staaten und mehr als zwölf Ländern angehören.
(Bildquelle: http://www.brandsoftheworld.com/logo/razzie-awards)

Ein Film oder Schauspieler kann dennoch auch in mehreren Kategorien nominiert werden, dafür gibt es kein Limit. Gelegentlich kommen dazu noch die Kategorien schlechtester Song, schlechteste Filmmusik, schlechtester Newcomer und schlechteste Spezialeffekte dazu, diese aber nur unregelmäßig.

Es gibt auch Sonderauszeichnungen, so wurde bei den Razzies 2000 der/die schlechteste Schauspieler/in des vergangenen Jahrhunderts (Sylvester Stallone und Madonna) und 2005 dann auch das allgemein Schlechteste aus den letzten 25 Jahren gekürt.

Dazu kommen noch Kategorien, die zu einem besonderen Anlass hinzugefügt werden, zum Beispiel die Kategorie „Schlechtester Filmtrend des Jahres“.

Am Verleihungstag wird dann durch die Filmkritiker entschieden, welcher Film oder Schauspieler gewinnt von denen, die in den Kategorien nominiert sind.

Doch nur im seltensten Falle holen sich die „Gewinner“ die Himbeere dann auch persönlich ab. Bisher holten ihren Preis unter wenigen anderen Tom Green (Freddy Got Fingered, Goldene Himbeere 2002), Robert Conrad (Wild Wild West, Goldene Himbeere 2000) und Halle Berry (Catwoman, Goldene Himbeere 2005) persönlich ab.

Halle Berry, die drei Jahre zuvor gerade erst einen Oskar gewonnen hatte, sagte bereits bevor sie die Frucht dann auch bekam, dass alle, die zu den Oskars gehen, auch zu den Razzies kommen sollten. Bei der Verleihung selbst trug sie dann selbstironisch eine abgeänderte Version ihrer Dankesrede vom Oskar vor.

Der Himbeeren-Erlöser-Preis

Bei der Verleihung geht es allerdings nicht nur ums Negative, wie der Himbeeren-Erlöser-Preis zeigt. Hier werden Leute nominiert, die es geschafft haben, nach einer Himbeere wieder eine Nominierung oder sogar Auszeichnung beim Oskar zu bekommen.

Im Englischen wird diese ganze Sache noch etwas deutlicher: The Razzie Redeemer Award. To redeem bedeutet so etwas wie „sich reinwaschen“, was man, wenn man hier nominiert wird, auch gemacht hat: Man hat sich durch eine gute Leistung wieder von der Himbeere befreit.

Ausgezeichnet mit diesem Erlöser-Preis, der erst seit 2015 existiert, wurde dann zum ersten Mal 2015 Ben Affleck, 2016 Sylvester Stallone, 2017 Mel Gibson und 2018 keiner, da der Preis dort nicht vergeben wurde.

Die „Gewinner“ diesen Jahres

Der schlechteste Film des Jahres war Holmes und Watson,

der schlechteste Schauspieler Donald Trump in Death of a Nation und Fahrenheit 11/9,

die schlechteste Schauspielerin Melissa McCarthy in The Happytime Murders und How to Party with Mom,

der schlechteste Nebendarsteller John C. Reilly in Holmes und Watson,

die schlechteste Nebendarstellerin Kellyanne Conway in Fahrenheit 11/9,

das schlechteste Leinwandpaar Donald Trump und seine fortlaufende Belanglosigkeit in Death of a Nation und Fahrenheit 11/9,

die schlechteste Neuverfilmung oder Fortsetzung Holmes und Watson,

die schlechteste Regie Etan Cohen für Holmes and Watson,

das schlechteste Drehbuch Fifty Shades of Grey – Befreite Lust67

Auch wenn sie dieses Jahr eine Himbeere bekommen hat, konnte Melissa McCarthy auch den Razzie Redeemer Award für ihre Leistung im Film Can You Ever Forgive Me? gewinnen.

Artikel verfasst von Jara Wilms.

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