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Die vier Wände der Macht – das Weiße Haus

Pennsylvania Avenue 1600, Washington D.C.. Was wie eine gewöhnliche Adresse klingt, markiert das Machtzentrum und die berühmteste Immobilie der Welt: das Weiße Haus. In seiner über 200jährigen Geschichte hat dieses Gebäude 45 Präsidenten kommen und gehen sehen und schon so manche skurrile Geschichte erlebt. Wir erzählen sie Euch.

Das erste Foto des Weißen Hauses stammt aus dem Jahre 1846.

George Washington gab den Bau vom Weißen Haus im Auftrag.  Am 13. Oktober 1792 wurde der Grundstein für das Weiße Haus gelegt.  Das Datum wurde festgelegt, weil angeblich Christoph Kolumbus 300 Jahre vorher Amerika entdeckte. Dieses Datum war auch gleichzeitig das Gründungsdatum der Stadt Washington. George Washington zog jedoch selber nie ins Weiße Haus ein, erst sein Nachfolger John Adams bezog das Anwesen am 1. November 1800. Architekt des Weißen Hauses war James Hoban, dem das Leinster House in Dublin, heute Sitz des irischen Parlaments, als Vorlage gedient haben soll. Ein sicherlich dunkler Fleck in der Geschichte des Hauses ist die Tatsache, dass auch Sklaven beim Bau des Hauses eingesetzt worden waren.

Während des Britisch-Amerikanischen Kriegs brannte das Weiße Haus im Jahr 1814 komplett nieder.

Während des sogenannten Britisch-Amerikanischen Kriegs wurde das Gebäude durch britische Truppen 1814 niedergebrannt. Erst 1819 begann der Wiederaufbau, der ebenfalls von James Hoban geleitet wurde. Und erst bei diesem Wiederaufbau bekam das Haus seine weiße Farbe. Vorher war es eher gräulich. 1901 begann unter Theodore Roosevelt eine Sanierung der Räumlichkeiten sowie eine Erweiterung. Er war es auch, der dem Regierungssitz seinen offiziellen Namen gab. Die Farbe für das Weiße Haus kommt übrigens von der Firma Keim aus Dierdorf bei Augsburg. Der Farbton heißt „gebrochen weiß“.
Roosevelt ließ außerdem den Westflügel und einen Bürotrakt anbauen. Auch ein Swimmingpool wurde auf Wunsch des Präsidenten angelegt, den der an Kinderlähmung erkrankte Roosevelt zu Therapiezwecken benötigte.  Richard Nixon ließ den Pool aber wieder trocken legen. Der Raum dient heute als Presseraum des Weißen Hauses.

Barack Obama am „Resolute Desk“ im Oval Office. (Quelle: Pete Souza)

Präsident William Howard Taft ließ 1909 das Oval Office, das seinen Namen aufgrund seiner ovalen Bauweise trägt, entstehen. Es befindet sich im Westflügel des Weißen Hauses. Der Schreibtisch im Oval Office wird auch als „Resolute Desk“ bezeichnet und seit 1961 von fast allen Präsidenten genutzt. Er wurde aus dem Holz des britischen Polarforschungsschiffes HMS Resolute hergestellt und war ein Dankesgeschenk der britischen Königin Victoria an die Vereinigten Staaten, da amerikanische Walfänger das im Polareis steckengebliebene Schiff 1855 befreit hatten.  Das Oval Office geriet in negative Schlagzeilen unter Bill  Clinton, der hier eine Affäre mit einer Praktikantin gehabt haben soll. Dabei verlor er fast sein Amt.

Nach dem 2. Weltkrieg war das Weiße Haus in einen desolaten Zustand. Jahrelang wurde die Sanierung aufgeschoben bis Präsident Harry S. Truman ,1949 und 1952, die sogenannte „Truman Reconstruction“ initiierte und das Wahrzeichen  Washingtons wieder auf Vordermann brachte. Durch gravierende Mängel musste man das Weiße Haus vollständig entkernen. Die gesamte Innenstruktur wurde entfernt und mit Stahlbeton erneuert. Truman ließ dabei auch Änderungen im Grundriss durchführen. Während dieser Renovierung wurde der Regierungssitz verlegt ins Blair House, das offizielle Gästehaus des Präsidenten. Am 27. März 1952 wurde das Weiße Haus wieder vom Präsidenten bezogen.

Auf der Luftaufnahme sind neben dem Hauptgebäude in der Mitte auch der West- und der Ostflügel des Weißen Hauses zu erkennen.

Das Weiße Haus umfasst heute 132 Räume mit 35 Bädern, acht Treppenhäuser und drei Aufzügen. Dazu noch ein Pool, ein Tennisplatz, ein Kinosaal und die vom Präsidenten Nixon angeschaffte Bowlingbahn. Auch Obama hinterließ etwas: Er ließ einen Basketballplatz anbauen. Oft wird in Medien nur die Villa mit den Säulen gezeigt, aber zum „White House Complex“ gehören neben dem Hauptgebäude, dem Executive Mansion, auch der West- und Ostflügel, die eher unauffällig am Gebäude anliegen. Der größte Saal im ganzen Gebäude ist der East Room, dort finden Empfänge, Pressekonferenzen und Konzerte statt. Alle im Amt verstorbenen Präsidenten, wie Abraham Lincon oder John F. Kennedy, wurden für die Öffentlichkeit dort aufgebahrt. Staatsbanketts finden im State Dinning Room statt. Im zweiten Stock des Executive Mansion befinden sich die Privaträume der Präsidenten Familie. Doch natürlich sind der Präsident und seine Familie nicht allein im Haus. Der Personalstab umfasst fast 100 Personen: Darunter sind 5 Butler, 9 Elektriker und 5 Floristen. Die 5 Köche in der Küche des Weißen Hauses sind in der Lage, ein Dinner für 140 Gäste zu servieren.

Gesichert ist das Areal zwischen Capitol, Lincoln Memorial und Weißen Haus durch Abfang-Jets, die im Notfall starten sowie die Nationalgarde, die zusätzlich Luftabwehrraketen starten könnte. Generell gilt über dem Komplex eine Flugverbotszone: Kein Flugzeug darf in den Luftraum über dem Weißen Haus ohne Genehmigung eindringen. Unter dem Ostflügel ist auch noch ein Luftschutzbunker. Bei den Anschlägen von 9/11 zog sich hierhin der Vizepräsident Dick Cheney zurück. Bewacht wird das Gebäude sowie das Gelände vom Secret Service.

Im Weißen Haus ging es schon immer tierisch zu. Neben zahlreichen „First Dogs“ gab es auch andere Tiere, z.B. Kühe. Hier ist die Kuh Pauline Wayne von Präsident Taft zu sehen.

Das Weiße Haus soll angeblich von diversen Geistern heimgesucht werden. So soll der Geist von Abigail Adams, der Frau des Präsidenten John Adams, beispielsweise beim Herumtragen von nasser Wäsche beobachtet worden sein. Auch ein feuerlegender britischer Soldat und Abraham Lincoln sollen ihr Unwesen treiben. Gerüchten zufolge soll das Weiße Haus zudem über ein geheimes Tunnelsystem verfügen, das John F. Kennedy genutzt haben soll, um auf diesem Weg Marilyn Monroe hinein- und hinauszuschmuggeln. Fast alle Präsidenten hatten Haustiere, z.B. Kennedy einen Deutschen Schäferhund „Clipper“, Clinton die Katze „Socks“ und Obama die beiden Portugiesischen Wasserhunde „Bo“ und  „Sunny“. Doch es gab auch noch weitausungewöhnlichere Hausgenossen. Präsident Taft (1909 – 1913) hielt sich zwei Kühe (Mooly Wooly und Pauline Wayne), Theodore Roosevelt (1901 – 1909) besaß unter anderem eine Eidechse namens Bill, die Henne Baron Spreckle, einen Dachs mit dem Namen Josiah und eine namenlose Hyäne. Präsident Herbert Hoover soll sich sogar zu Beginn der 30er Jahre zwei Krokodile gehalten haben.

Bisher hat nur ein Präsident während seiner Amtszeit im Weißen Haus geheiratet: Grover Cleveland. Seine zweite Tochter Esther ist bis jetzt das einzige Kind, das im Weißen Haus geboren wurde. Allerdings gab es andere, die ihr Jawort im Weißen Haus gaben. Es läuteten 17 Mal die Hochzeitsglocken, aber nur von Töchtern der Präsidenten.
Den ersten Internetzugang bekam das Weiße Haus 1992 und zwei Jahre später ging die erste offizielle Website vom Weißen Haus online.

Nach so viel Geschichte, habt ihr hier noch die Möglichkeit, eine virtuelle Tour durch das Weiße Haus zu machen.

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