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Hillary Clinton: Von der First Lady zur Mrs. President?

Am 8. November 2016 ist es wieder einmal so weit. In den USA wird eine neue Präsidentschaftswahl stattfinden und damit nach acht Jahren der Nachfolger Barack Obamas gekürt. Bei dieser Wahl stehen die Chancen gut, dass mit Hillary Clinton zum ersten Mal eine Frau ins Oval Office einzieht. Doch auch ihr möglicher Gegner trägt einen sehr bekannten Namen.

Nach dem 22. Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung ist es gesetzlich geregelt, dass der Präsident der Vereinigten Staaten in maximal zwei Legislaturperioden à vier Jahren das Amt bekleiden darf, es dann aber abgeben muss an einen neuen Präsidenten bzw. in diesem Fall womöglich auch an eine neue Präsidentin. Sollte dies der Fall sein, so wäre Hillary Clinton, nach Barack Obama als erster afroamerikanischer Präsident, die erste weibliche Präsidentin in der Geschichte der USA. Problematisch wird es dann nur, wenn es um die Bezeichnung ihres Ehemannes Bill Clinton geht, da dieser sich wohl kaum mit dem Titel First Lady abfinden wird. Aber ganz abgesehen davon, wird es höchstspannend sein, was die kommende Präsidentschaftswahl in den USA bringen wird, da auch wieder ein Mitglied der Familie Bush als möglicher Kandidat gehandelt wird. Schauen wir allerdings erst einmal auf die Kandidatur Hillary Clintons.

Die bereits 67 Jahre alte Hillary Diane Rodham Clinton (geb. 26. Oktober 1974 in Chicago, Illinois) ist Angehörige der Demokratischen Partei, die im Vergleich zur anderen großen Partei der Republikaner, weitaus weniger konservativ ist und sich mit Progressivismus und linker Politik identifiziert. Sie studierte Jura an der Elite Universität Yale, wo sie auch ihren späteren Ehemann Bill kennenlernte, den sie 1975 heiratete und an dessen Seite sie von 1993-2001 First Lady war. Danach wurde sie von 20001-2009 Senatorin von New York. Die Präsidentschaftskandidatur für 2016 ist bisher ihre zweite Kandidatur. Das erste Mal trat sie 2008 an, verlor aber gegen Barack Obama, unter dessen Regierung sie von da an das Amt der Außenministerin bekleidete.

Nun, sieben Jahre später, gab sie per YouTube und Twitter ihre neue Kandidatur bekannt. „I’m running for president. Everyday Americans need a champion, and I want to be that champion” – “Ich kandidiere für das Präsidentenamt. Der Durchschnitts-Amerikaner braucht einen Champion und ich will dieser Champion sein.“ In einem zweieinhalb-minütigen Video stellt sie sich selbst und ihre Ziele vor.

Ähnlich wie bei ihrer ersten Kandidatur versucht sie ein sehr offenes und familiäres Bild dem Wähler zu präsentieren und stellt sich als Politikerin des Volkes und der Mittelschicht dar. So ist auch ihr neuer Kampagnenslogan nicht mehr „Hillary for President“, sondern nun „Hillary for America“. Des Weitern bezieht sich ihr Werbefilm generell auf die Leute, die etwas anpacken wollen und verändern wollen für sich selber, wie auch für ihr Land, für das auch Clinton etwas tun möchte. Damit scheint sie auf den großen Kritikpunkt ihrer letzten Kandidatur eingegangen zu sein, der da lautete, sie habe sich viel zu sehr auf sich selbst konzentriert und habe ein quasi unantastbares Selbstbildnis von sich gegeben, was ihr womöglich am Ende auch den Sieg gekostet hat. Die Zeiten, in denen sie von vielen Amerikanern als zu elitär angesehen wurde, sollen nun vorbei sein. Ihre Botschaft ist klar: Ich bin eine von Euch! Auf dem Themengebiet soziale Gerechtigkeit ist Clinton durchaus bewandert, sie gilt als Expertin für Frauenrechte, Soziales und Familienpolitik. Aber reicht das aus, um die eher konservativ geprägten Amerikaner mitzureißen und für Aufbruchsstimmung zu sorgen? Die Tatsache, dass Clinton eine Frau ist, ist alleine wohl nicht revolutionär genug, um ins Weiße Haus einzuziehen. Ihr Alter, sie wäre bei Amtsantritt 69 Jahre alt, ist auch kein Pluspunkt für sie.

Bis jetzt räumen ihr viele Kritiker dennoch gute Chancen ein. Nicht zuletzt, weil Clinton als eine beinharte Kämpferin bekannt ist, die ihren Gegnern ein enormes Wissen und eine hohe Intelligenz entgegensetzen kann. Doch auch von der gegnerischen Partei aus gibt es mit Jeb Bush, dem Bruder des ehemaligen Präsidenten George W. Bush, einen möglichen Präsidentschaftskandidaten. Nach Meinung des Demokraten-Strategen und ehemaligem Präsidentschaftsberater James Carville ist ein Sieg der Republikaner bei der nächsten Wahl von entscheidender Bedeutung, da ansonsten ein „Aussterben“ der Partei bevorstehen würde. Dazu müsste sich Bush allerdings vom schweren Ballast seines älteren Bruders befreien.

Sollte es jedoch tatsächlich dazu kommen, dass Hillary Clinton die 45. Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika werden sollte, würde sich in politischer Hinsicht nicht allzu viel ändern. Clinton ist eng mit Obama befreundet, sodass beide sich oftmals über politische Belange beraten und gegenseitig unterstützen. Im Großen und Ganzen ist es sehr wahrscheinlich, dass Clinton die politische Führungsweise Obamas übernehmen wird, da sich beide auch auf sehr ähnliche Bereiche, wie die Mittelschicht der Arbeiterklasse, den Bildungszugang für alle Amerikaner oder auch die gleichen Rechte für Schwule und Lesben berufen und einsetzten. Etwas auf das Clinton eventuell mehr Wert legen wird, ist der Einsatz für stärkere Frauenrechte und die Sozialpolitik für Familien, da dies sehr zentrale Punkte für sie sind, für welche sie sich, womöglich auch weil sie eben eine Frau ist, einsetzt.

Nun ist es jedoch noch ein wenig hin bis zur endgültigen Wahl, sodass sich weitere Meinungstendenzen oder Wahlversprechen erst mit der Zeit herauskristallisieren werden und noch viel Spielraum für Überraschungen und Wendungen bleibt. Bush und Clinton sind zwei Namen, die bereits seit Jahrzehnten die Geschicke der USA und auch der Weltpolitik maßgeblich beeinflusst haben. Und so wie es aussieht, wird dies auch in Zukunft zu sein. Clinton würde alles in allem eine gute und fähige Präsidentin abgeben, die mit vorrausschauendem Blick und neuen Ideen die USA in eine neue Richtung leiten wird. In knapp anderthalb Jahren wissen wir, ob nach dem ersten Schwarzen die erste Frau ins Weiße Haus einziehen wird.

Titelbild: Quelle: Flickr.com / Mike Mozart

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