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Chef kocht!

Wusstest du, dass dein Lehrer mehr Schuhe hat als du? Oder dass er Streichholzpäckchen mit seinem Namen bedruckt? Wir auch nicht. Aber Herr Finsterhölzl hat uns das Gegenteil bewiesen. Wir waren bei unserem Schulleiter zuhause, um etwas in seinem Leben herumzuschnüffeln und natürlich was zu essen.

Als Jona Willms und ich (Laura Gollek) aus dem Auto steigen wollten, sahen wir unseren gut gelaunten Schulleiter aus dem Haus kommen. Er begrüßte uns und fragte, ob wir Angst vor Hunden hätten. Als wir dies verneinten, kam uns eine süße, graue Hündin entgegen. „Das ist unsere Lucy!”, sagte Herr Finsterhölzl. Lucy war zum Hinknien niedlich! Ich mochte Hunde ja schon immer sehr gerne. Nach ein paar Streicheleinheiten betrachteten wir das Haus. Dieses war sowohl innen als auch außen in hellen Farben gehalten. Die Hausnummer war aus Mosaik und vor der Türmatte war “Salve” auf den Steinen geschrieben. Obwohl ich kein Latein beherrsche, kann ich euch sagen, dass das „Hallo“ bedeutet und nicht Salbe. Im Hause Finsterhölzl wurde viel mit Mosaik gearbeitet, beispielsweise am Spiegel oder auf Teekannen. Das sah echt schön aus. Ich überlegte kurz, auch mal mit Mosaik zu arbeiten, weil in mir eine kreative Ader fließt. Herr Finsterhölzl erzählte uns, dass seine Frau sehr gerne Gegenstände mit Mosaik verziert. Momentan arbeitet sie an einem kleinen Pool im Garten. Wie sie uns später erzählte, braucht man dazu sehr viel Zeit und gutes Wetter. Da ich ein ungeduldiger Mensch bin, ließ ich meinen vorherigen Gedanken fallen.

 

Man konnte gut in den Garten schauen. Er war gepflegt, aber auch super grün. Das Gras sah so saftig aus, ich hätte gerne reingebissen. Ich weiß nicht, ob es am Gras oder an den leckeren Gerüchen in der Luft lag, aber ich hatte mächtig Hunger bekommen. Während Herr Finsterhölzl noch dabei war, das Essen zu kochen, schauten wir uns um. In seinem Wohnzimmer war eine riesige Bücherwand mit drei Sesseln. „Normalerweise steht im Wohnzimmer ein Fernseher. Bei uns aber nicht! Dieser steht nämlich in einem anderen, separaten Zimmer“, erklärte uns Herr Finsterhölzl. Ich spekulierte, ob die Familie beim Essen Bücher liest. Es waren so gut wie alle Genres dabei. Von Kinderbüchern über Romane bis hin zu Krimis. „Ich lese am liebsten Biographien!”, teilte uns Herr Finsterhölzl mit. An der Wand hing eine selbstgebaute Uhr, die leider nicht funktionierte. Trotzdem war sie interessant und schön anzusehen. Außerdem fanden wir ein Streichholzpäckchen mit der Aufschrift “Finsterhölzl” drauf. Als ich das sah, musste ich grinsen. Auf diese Idee muss man auch kommen. Ich beneidete Herrn Finsterhölzl insgeheim ein ganz kleines bisschen. Wie er uns erklärte, sind die Streichhölzer ein Andenken für die Gäste der Show, in der er als Kabarettist auftritt. Da war für mich klar, dass ich auch zu einem Auftritt muss. Allein schon wegen dieser Streichhölzer.

Hat auch nicht jeder: Original Finsterhölzl-Streichhölzer

Die Streichhölzer fanden wir auf dem Esstisch, der sehr groß war. Das Essen duftete herrlich. Erst aßen wir eine Rösti-Möhren Mischung mit etwas Salat, Brotsticks mit Käse und Körnern und eine Fleischpfanne mit Gemüse. Es hat uns ziemlich gut geschmeckt. Fleisch schmeckt mir immer gut, deshalb war die Freude meinerseits sehr groß. Die Frau von Herrn Finsterhölzl war auch dabei. Beide erzählten uns von der Schule in Edewecht, in der beide gearbeitet hatten. Lustigerweise haben wir herausgefunden, dass beide Lateinlehrer sind und die lateinische Sprache sehr zu schätzen wissen. Herr und Frau Finsterhölzl waren super gelaunt. Jona und ich ebenso. Nach dem Hauptgang bekamen wir ein Karamelleis mit warmer Himbeersauce und Nüssen als Topping. Sehr lecker!

Ein Schuhregal, bei dem so manche Frau neidisch wird. Herr Finsterhölzl hat in Sachen Schuhe morgens die Qual der Wahl.

Vielleicht ist euch mal aufgefallen, dass Herr Finsterhölzl oftmals verschiedene Schuhe trägt. Uns auch. Jona und ich brannten darauf, das Schuhregal von Herr Finsterhölzl sehen zu können. Das Regal war gefüllt mit den verschiedensten Schuhen. Ich wusste gar nicht, dass es Männer gibt, die mehr Schuhe besitzen als so manche Frauen! Ich besitze wahrscheinlich ähnlich viele Schuhe wie unser Schulleiter, aber trage nur wenige Paare. „Meine Schuhe müssen immer zum Outfit passen. Manchmal wechsle ich auch die Schnürsenkel dazu. Ich versuche, immer verschiedene Schuhe anzuhaben”, erzählte uns Herr Finsterhölzl stolz wie Oskar. Ich persönlich finde die Schuhe richtig stylisch. Bevor wir abgeholt wurden, saßen wir auf den Sesseln bei der Bücherwand und plauderten noch eine Weile. Lucy, der Hund war auch dabei. Sie lief immer abwechselnd zu Jona und mir, damit wir sie streicheln konnten. Ich habe das Gefühl, dass Lucy und ich uns an diesem Abend anfreundeten. Vielleicht habe ich mir das eingebildet, aber ich könnte schwören, dass sie mir zugezwinkert hat. Jona verstand sich mit Lucy genauso gut wie ich.

Natürlich redeten wir auch über Schule. Ich fragte Herrn Finsterhölzl, wie er auf unsere Schule aufmerksam wurde. Er erzählte, dass ihm seine alte Schule zwar gefallen hat, er aber etwas Neues sehen wollte. In einer Stellenanzeige war unser kleines LSG aufgelistet und sah vielversprechend aus. Herr Finsterhölzl besuchte unsere Schule und war begeistert. Das lag bestimmt daran, dass er das Mensaessen nicht probiert hat. 😉 Ihm gefällt unser LSG sehr und er freut sich auf die weiteren Jahre mit uns. Wir erfuhren auch, dass Herr Finsterhölzl früher an einem Internat war und das hat ihm schon immer gefallen. Jona und ich hörten ihm gespannt zu. Aber auch wir erzählten von unseren Erlebnissen und Hobbies. Es klingelte zur Tür. Nun war der Abend vorbei.

Unsere Bewertung für das perfekte Lehrer-Dinner bei Herrn Finsterhölzl

Bewertung: Die Rösti-Möhren Mischung hat uns sehr gut geschmeckt. Die Brotsticks waren knusprig und lecker. Die Fleischpfanne war mega und das Fleisch sehr zart und saftig. Jona ist Vegetarierin und aß das Fleisch nicht. Das Ambiente war gemütlich und die Gastfreundlichkeit war kaum zu übertreffen. Auch wenn die Gespräche super spannend waren, hätten wir uns insgeheim über eine kleine private Kabarettisteneinlage gefreut.

Wie sich herausgestellt hat, ist Herr Finsterhölzl ein ganz normaler Mensch mit einem kleinen Schuhtick, der mit seiner Familie gerne Fahrrad fährt. Denkt dran: Lehrer sind auch nur ganz normale Menschen mit Humor, manch ungewöhnlichem Tick und einem gefüllten Leben abseits des manchmal grauen Schulalltags. Wir bedanken uns sehr bei Herrn Finsterhölzl und seiner Frau für den schönen und interessanten Abend.

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