Pages Navigation Menu

Objekt der Begierde

Bei der Fußball WM in Brasilien kämpfen derzeit 32 Teams um die begehrteste Trophäe im Weltfußball, den FIFA WM Pokal. Wer ihn am 13. Juli in den brasilianischen Nachthimmel strecken darf, wird zur Fußball Legende. Wir stellen Euch interessante und skurrile Fakten rund um das goldene Prunkstück vor.

  • Der WM Pokal ist 36,8 cm hoch und wiegt insgesamt 6,2 kg, davon 4,9 kg 18-karätiges Gold. Aus dem geringen Gewicht lässt sich schlussfolgern, dass die Trophäe von innen hohl ist.
  • Der Pokal wurde 1970 von der FIFA in Auftrag gegeben. Insgesamt 53 Vorschläge aus 7 Ländern wurden eingereicht. Letztendlich konnte sich der Entwurf des italienischen Bildhauers Silvio Gazzaniga durchsetzen. So wurde der Pokal 1973 von der bekannten Gold- und Silberschmiede Werkstatt G.D.E. Bertoni S.r.l. aus Mailand hergestellt. Gazzaniga beschrieb die Grundidee des Pokals wie folgt: „Aus der Basis entspringen Linien, die sich in Spiralen nach oben winden und die ganze Welt aufnehmen. Aus der dynamischen Spannung der kompakten Skulptur sind die Darstellungen zweier Spieler im bewegenden Moment des Sieges herausgearbeitet“. Der Pokal stellt also zwei Fußballer dar, die die Weltkugel in den Händen halten.
  • Um den Fuß des Pokals schlingen sich zwei Ringe aus Malachit-Halbedelsteinen und auf der Unterseite können die Namen und Jahreszahlen der einzelnen WM-Sieger eingraviert werden. Insgesamt haben siebzehn Mannschaften Platz auf der Unterseite. Der Pokal wird also bis zur WM im Jahr 2038 seinen Dienst leisten. In diesem Jahr wird die 11. Mannschaft eingraviert werden. Deutschland war 1974 übrigens die erste Mannschaft, die sich auf dem Pokal verewigen durfte.
  • Bevor der WM-Pokal in diesem Jahr vom brasilianischen Top Modell Giselle Bündchen an den neuen Weltmeister überreicht wird, machte die begehrteste Fußballtrophäe der Welt eine Reise durch 89 Länder, die sogenannte World-Cup-Trophy-Tour. Der WM-Pokal reist standesgemäß in einem Luxuskoffer von Luis Vuitton. Das Reisbehältnis wurde extra für den Gewinnerpreis angefertigt.
  • Sollte sich Deutschlands Traum vom dritten Gewinn des Pokals bis 2038 erfüllen, wird es dennoch nichts mit dem Besitz des Originals. Die FIFA wird ihn für immer behalten. Nach dem Finale am 13. Juli wandert der Original-WM-Pokal wieder in einen Safe der FIFA in der Zentrale in Zürich. Der neue Weltmeister bekommt wie seine Vorgänger „nur“ eine vergoldetete Kopie aus Bronze, den sogenannten WM-Siegerpokal, den er dann dauerhaft behalten kann. Zwei Repliken stehen im Foyer der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt/Main für die Titel 1974 und 1990.
  • Die Trophäe hat neben ihrer hohen ideellen Bedeutung, auch einen großen reellen, substanziellen Wert. Lagen die Materialkosten bei Anfertigung noch bei knapp 5.000 US-Dollar, so ist der heutige Materialwert insbesondere durch den stark gestiegenen Goldpreis um ein Vielfaches größer und wird auf ca. 150.000 US-Dollar taxiert.
  • Der Stuttgarter Unternehmer Rolf Deyhle ist die einzige Privatperson auf der Welt, die eine identische Replik des WM Pokals besitzt. Deyhle half der FIFA in den 70er Jahren finanziell aus der Klemme und entwarf unter anderem das bis 2009 gültige FIFA Logo. Für sein großes Engagement hatte Deyhle einen Wunsch frei und wünschte sich den WM-Pokal.
  • Die Fußball-Weltmeister von 1930 bis 1970 bekamen einen anderen Pokal verliehen: den Coupe Jules-Rimet. Benannt wurde dieser nach dem damaligen FIFA-Präsidenten. Bevor er so genannt wurde, hieß er allerdings ganz schlicht: Coupe du Monde, also Weltpokal. Die Trophäe war 35 cm hoch, 3,8 kg leicht und bestand aus vergoldetem Sterlingsilber. Der Pokal sollte die griechische Siegesgöttin Nike darstellen. Sie besaß nach oben gestreckte Arme mit Flügeln. Vor der WM 1966 in England wurde der Pokal aus einer Ausstellung geklaut. Ein Hund namens Pickles fand ihn schließlich in einem Gebüsch wieder. 1970 endete die Amtszeit des Coupe Jules-Rimet. Nachdem Brasilien zum dritten Mal Weltmeister geworden war, ging der Pokal in den Besitz des brasilianischen Fußballverbandes über. 1983 wurde der Pokal allerdings aus einer Verbandsvitrine gestohlen und von den Dieben wahrscheinlich eingeschmolzen. Der brasilianische Fußballverband ist deshalb heute in Besitz einer Kopie, die 1984 im hessischen Hanau hergestellt worden ist.

Titelbild (Quelle: https://www.flickr.com/photos/foto_db/)

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.