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Auf Empfang mit “Radio Jenseits”

Seit jeher beschäftigt die Menschen die Frage “Was kommt nach dem Tod?”. Gibt es ein Jenseits, in dem wir weiterleben? Wohin geht unsere Seele und kann sie zurück auf die Erde kommen? Auf der Suche nach Antworten auf diese Fragen haben wir Heike Hoffmann interviewt. Sie arbeitet als Medium und bietet ihren Klienten die Möglichkeit, Kontakt zu Verstorbenen aufzunehmen.

laurentinews.de: Was ist Ihre Aufgabe als Medium?

Heike Hoffmann: Ein Medium ist eine Art Telefon zwischen dem Klienten, der vor mir sitzt und der Person in der geistigen Welt. Damit die beiden miteinander kommunizieren können, bin ich der Mittler (= Medium)

Würden Sie sagen, dass ihr Beruf eine Gabe ist?
Grundsätzlich könnte das jeder, allerdings wird es vorher auf der Seelenebene festgelegt, ob es in deinem Leben integriert ist.

Ist es also so etwas wie eine angeborene Sensibilität?
Ja, allerdings ist es schon auch eine Art Abmachung vorab auf der Seelenebene. Die Wahrnehmung geht über die 5 Hellsinne – also Hellhören, Hellfühlen, Hellsehen, Hellriechen und auch Hellschmecken. Das lässt sich gut trainieren, wenn man das möchte.

Wie kann man sich diese Seelenebene vorstellen?
Menschen sind Seele, das heißt, eine Essenz, eine nicht angreifbare Schwingung. Ihr habt ja sicherlich schon mal vom Begriff der „Inkarnation“ gehört. Carne heißt Fleisch. Die Inkarnation bedeutet also, dass die Seele wieder ins Fleisch geht. Wir sind Seele, also eine Schwingung. Ihr kennt ja sicherlich auch die Frequenzen bei einem Radiosender, die ihr einstellen müsst, wenn ihr einen bestimmten Sender hören wollt. Wenn die Seele jetzt aus dem Fleisch herausgeht (= der physische Tod eines Menschen), also exkarniert, dann sind wir eine Schwingung und diese Schwingung ist sehr hoch. Und mit dieser Schwingung kann ich mich, als Medium, verbinden. Als Medium stell ich jetzt also keinen herkömmlichen Radiosender ein, sondern quasi „Radio Jenseits“ und gebe das weiter, was ich empfange. Empfangen und Wahrnehmen kann ich das, was derjenige aus der geistigen Welt mir vermittelt.

Können Sie dieses Radio auch ganz bewusst steuern und es auch ausschalten, wenn es sie gerade stört?

Ja, das ist ein ganz wichtiger Punkt, der vor allem in Filmen häufig falsch dargestellt wird. Wenn ich mich im Alltag bewege, nehme ich nicht an jeder Ecke Personen aus dem Jenseits wahr, die mit mir in Kontakt treten. Ich schalte das Radio quasi nur dann ein, wenn mein Klient es von mir erwünscht. Und wenn mein Klient wieder weg ist, schalte ich es wieder aus. Wenn ich permanent etwas wahrnehmen würde, würde es mich wahnsinnig machen.

Kommt dann immer genau der Verstorbene, der gerade gewünscht ist, also genau der gewünschte Sender?

Nein und das ist auch das große Thema. Wer mit mir in Kontakt treten wird, entscheidet allein und ausschließlich die geistige Welt. Natürlich wünscht sich der Klient jemanden, zu dem er Kontakt aufnehmen möchte. Aber ich frage vorher auch nicht, zu wem er Kontakt haben möchte, sondern wir schauen einfach, wer zu uns durchkommt. Mich schreiben häufig Personen an, die Kontakt zu einer bestimmten Person suchen. Dies kann ich leider aber nicht versprechen und kein professionelles Medium der Welt würde das tun. Aber relativ oft kommen auch die Personen, die sich der Klient tatsächlich wünscht.

Gibt es auch böse Seelen?

Nein, zumindest nicht bei mir, sagen wir es mal so. Es geht immer darum, worauf man seinen Fokus ausrichtet. Ich arbeite auf keinen Fall mit dunkler Energie. Es sind ja auch immer Seelen, die bei mir durchkommen, die der Klient gekannt hat. Eine böse Seele in diesem Sinne gibt es nicht. Das Böse ist etwas sehr Weltliches.

Kommt eigentlich jede Seele ins Jenseits?

Ja, denn das Jenseits ist unser Zuhause. Die Welt, in der wir leben, ist quasi eine Art Ausflug für die Seele. Das wahre Zuhause ist aber das Jenseits. Es gibt kein Zurückbleiben oder ein Hängenbleiben, nur dein Körper bleibt zurück. Ich vergleiche es immer mit einer Art Bananenschale. Der Körper ist quasi Biomüll und wird vergraben oder eingeäschert, aber die Seele ist unsterblich.

Die große Frage der Menschheit lautet „Was kommt nach dem Tod?“. Haben Sie darauf eine Antwort?

Das ist wie ein nach Hause gehen, ein unbeschreiblich schönes Gefühl und wenn man dorthin kommt, in diese unendliche Liebe, dann lässt sich das mit keinem Gefühl auf der Welt vergleichen. Wir werden auch immer abgeholt von unseren Lieben, keiner geht alleine, wir werden immer erwartet. Ich habe schon Menschen begleitet, wenn sie krank waren und die dann später zu mir durchgekommen sind. Die sagten dann: „Heike, es war genauso wie du es beschrieben hast, nur noch sehr viel schöner”. Die beschreiben diesen Übertrittsprozess als sehr lichtvoll und mit unendlicher Liebe. Das können wir uns hier gar nicht vorstellen.

Gibt es auch Klienten, die unzufrieden sind nach einer Sitzung?

Ja die gibt es. Das sind vor allem solche Klienten, die sich wünschen, dass eine bestimmte Person durchkommt, die sich dann aber nicht meldet. Ich habe auch schon Situationen erlebt, in denen ein Klient mit verschränkten Armen vor mir sitzt und sagt „Den will ich nicht. Schicken Sie den wieder weg.“ So funktioniert das aber nicht. Es hat nämlich immer einen Sinn, warum gerade der- oder diejenige durchkommt. Es hat häufig mit der Lebenssituation zu tun, in der der Klient gerade ist, und für die die geistige Welt eine Hilfestellung anbieten möchte.

Lehnt denn auch manchmal das Jenseits den Kontakt ab?

Die geistige Welt nimmt sehr gerne mit uns Kontakt auf. Grundsätzlich ist es kein Stören oder ein „Lasst die Toten tot sein“. Unserer Lieben in der geistigen Welt möchte uns auch beweisen „Wir sind nicht tot, so wie ihr euch das vorstellt, sondern wir sind immer unter euch“. Es gibt auch immer wieder Beschreibungen, die Bezug darauf nehmen, auf etwas, dass bereits nach ihrem Tod passiert ist. Zum Beispiel wie die Beerdigung abgelaufen ist. Einmal hat einer erzählt, er habe die Glocken läuten lassen und der Pfarrer habe nicht gewusst, warum sie in dem Moment läuten, denn er hatte sie nicht angestellt. Der Verstorben wollte die Grabrede stören, denn sie war in seinen Augen Humbug. 🙂

Könnte also ein Verstorbener vielleicht auch bei der Todesursache helfen, zum Beispiel wenn es sich um ein Mordopfer handelt?

Ja, das könnte er definitiv. Wenn da eine Anfrage von der Polizei käme, würde ich mich wahrscheinlich nicht zur Verfügung stellen. Denn wenn solche Fälle in den Medien auftauchen, hätte ich Sorge, dass meine Arbeit richtig verrissen wird und man durch den Kakao gezogen wird. Es wäre als gerichtlicher Beweis auch gar nicht anerkannt. Ich habe aber durchaus Klienten, die nicht wissen, warum ein Angehöriger verstorben ist. Ich hatte mal einen Fall, da ist ein Motorradfahrer frontal in eine Wand gefahren und die Angehörigen konnten sich das nicht erklären, da er ein sehr guter Motorradfahrer gewesen war. Der Verstorbene beschrieb mir dann ganz genau, was dort vor sich gegangen ist und er ließ es mich durchleben und in diesem Moment erfuhr ich, dass er nichts bewegen konnte, weil wohl ein Nerv eingeklemmt war und deswegen ist er kerzengerade in die Wand hineingefahren. Verstorbene können sehr genau beschreiben, woran sie gestorben sind. Insofern ist es theoretisch auf jeden Fall machbar, aber für einen Mordfall würde ich mich, als Medium, nicht zur Verfügung stellen.

Sprechen die Seelen nicht, sondern lassen sie Sie die Dinge fühlen?

Ihr könnt euch ja vorstellen, wie ein Sonnenuntergang aussieht oder wie ein Zitroneneis schmeckt oder wie ihr ein Klavier spielen hört. Obwohl ihr diese Dinge nicht hört oder seht oder schmeckt, könnt ihr sie ja trotzdem wahrnehmen. Man nennt das Hellsinne. Ich nehme also Dinge wahr und kann sie spüren. Mein Hauptsinn ist aber weniger das Hören, sondern mehr das Sehen und das Fühlen. Bei jedem Medium ist das ein bisschen anders.

Sie sehen also dann etwas vor Ihrem inneren Auge?

Ja, die Verstorbenen zeigen mir eine Zahl oder eine Hausnummer, eine Geburtstagstorte oder ein Buch. Manchmal höre ich auch ein Lied, oder rieche Tabak. Manchmal weißt du auch einfach bestimmte Dinge, die die Verstorbenen gerne vermitteln wollen.

Wie würden sie ihren Beruf in einem Satz beschreiben?

Es ist die beglückendste Berufung, die man haben kann.

Sie sehen ihre Fähigkeit also eher als eine Bereicherung an oder manchmal auch als Last?

Es ist nicht immer einfach, da es auch mit einer großen Verantwortung verbunden ist. Da sitzen total fremde Menschen vor dir und du weißt nie mit welchem Anliegen sie kommen: Haben sie vielleicht ein Kind verloren, wollen sie das nur ausprobieren, weil sie vielleicht neugierig sind oder wollen Sie Kontakt zu einer ganz bestimmten Person. Ich weiß morgens nie, wie der Tag wird und wie die nächste Sitzung wird. Es gibt so Momente, da denke ich morgens „Warum mache ich das eigentlich?“, aber wenn der Tag dann vorbei ist und du hast schöne Kontakte gehabt und du siehst, dass die Menschen glücklich sind, dann spricht das immer dafür weiterzumachen.

Was war die negativste Erfahrung, die sie als Medium gemacht haben?

Ich hatte mal eine Klientin am Telefon und hatte 2 Kontakte für sie, aber die wollte sie einfach nicht, weil sie sich nur eine ganz bestimmte Person gewünscht hat, die allerdings nicht durchkam. Ich habe ihr dann natürlich das Geld zurückgegeben. Eine Woche später meldete sie sich erneut und wollte, dass ich noch einmal versuche diesen bestimmten Kontakt herzustellen. Das habe ich dann abgelehnt. Das war für mich ein negatives Erlebnis, weil ich es auch als nicht besonders wertschätzend empfinde der geistigen Welt gegenüber. Es gibt eigentlich nichts Größeres und Schöneres als einen Kontakt zur geistigen Welt zu haben und dann sagt einfach jemand „Nein das will ich nicht haben“. Dann denke ich mir „Okay dann lass es besser sein“. Die geistige Welt hat uns etwas zu sagen, und das einfach abzulehnen ist schon ganz schön “frech” würde ich sagen.

Wie können Sie als Medium eigentlich beweisen, dass sie wirklich einen Kontakt zum Jenseits haben?

Den Beweis bringe nicht ich selber, sondern der Kontakt aus der geistigen Welt, der mir Sachen durchgibt die nur die beiden Personen wissen können.
Ich hatte mal eine Sitzung, da konnte ich sehen wie der Mann die Hand auf den Bauch der Frau legt. Meine Klientin war davon sehr berührt und sagte, es habe nie ein Mann seine Hand auf ihren Bauch legen dürfen aber der schon. Das sind also so ganz kleine Details, die nur die Betroffenen selber wissen können. Der Beweis kommt also immer von der geistigen Welt und nicht von mir.

Was kann man wie im Horrorfilm auch Kontakt zu Dämonen aufnehmen oder haben sie schon mal etwas Paranormales gesehen?

Ich nehme ausschließlich Kontakt zu Menschen auf, die gelebt haben. Dies ist ein ganz ein wichtiger Teil meines Tuns, weil in diesem Fall der Beweis da ist. Der Kontakt mit Engeln oder auch mit Dämonen wäre ja nie beweisbar. Meine Klienten sollen immer hundertprozentig sicher sein mit wem sie Kontakt haben. Bei Engeln oder Dämonen wäre das niemals beweisbar.

Was würde ein seriöses Medium niemals tun?

Ein seriöses Medium würde vorab niemals Fragen stellen zum Beispiel „Wo kommen Sie her? Zu wem wollen Sie Kontakt haben? Wer ist gestorben?“ Ich unterbreche die Menschen sofort, wenn Sie mir am Telefon davon erzählen wollen. Ein seriöses Medium würde auch niemals das Versprechen abgeben, Kontakt zu einer bestimmten Person herzustellen. Wenn sich zum Beispiel jemand wünschen würde, Kontakt zum verstorbenen Großvater zu haben, und ich das versprechen würde, dann würde ich mir die Informationen aus dem Energiefeld meines Klienten holen und nicht aus der geistigen Welt. Ich hätte also zwar Informationen ÜBER den Opa, ich könnte jedoch nichts erzählen, was nach seinem Tod passiert ist.

Heike Hoffmann, Jahrgang 1969, lebt in Graz. Ihre Ausbildung zum Medium machte sie unter anderem am “Arthur Findlay College” in der Nähe von London.

Können Seelen den Kontakt zu Ihnen eigentlich auch abbrechen, wenn sie sozusagen keine Lust mehr haben?

Die Seelen geben sich genauso wie sie im echten Leben waren. Ich hatte erst am Freitag einen Fall, da sagte ein Verstorbener „So, nun habe ich euch genug Beweise gebracht, nun wollen wir einmal über das sprechen, warum meine Tochter überhaupt da ist”. Er hat das natürlich liebevoll gesagt, aber so ist er auch im richtigen Leben gewesen, denn er war nie jemand, der um den heißen Brei herumgeredet hat. Ich würde es nicht als “keine Lust mehr haben” bezeichnen, sondern es ist auf für denjenigen in der geistigen Welt eine Herausforderung die – für ihn sehr niedrige Schwingung für das Gespräch zu halten.

Findet der Erstkontakt auch manchmal von der Seite des Jenseits aus statt?

Es gibt sicherlich Kollegen, bei denen das der Fall ist. Bei mir ist es jedoch so, dass ich nur in Kontakt mit der geistigen Welt trete, wenn ein Klient da ist. Ansonsten ist das Radio aus. Dafür stelle ich mich nicht zur Verfügung und das weiß die geistige Welt auch.

Suchen sich Seelen auch einen anderen Körper beziehungsweise kann eine Seele auch in einem Tier sein?

Seelen leben mehrere Leben. Aber nach meiner Erfahrung geht eine Seele, die einmal in einem menschlichen Körper war, nicht in einen tierischen Körper zurück. Aber es könnte sein, dass ein Tier, das einen engen Bezug zu einem Menschen hatte, wie zum Beispiel meine Katze, die jetzt gerade bei mir ist, in ihrem nächsten Leben in einen Menschen reinkarniert. Die Seele entwickelt sich mit jedem Leben weiter.

Gibt es eine Art Ablaufdatum, das man nur in einem gewissen Zeitraum zu einem Verstorbenen Kontakt aufnehmen kann oder kann der Tod auch schon längere Zeit zurückliegen?
Nein es gibt kein Ablaufdatum. Jeder Zeitraum wäre möglich, aber bei mir als Medium spielt ja immer auch das Beweisthema eine wichtige Rolle. Natürlich könnte ich dir jetzt sagen, dass ich einen Kontakt zu deinem Ur-Ur-Ur-Urgroßvater habe, aber ich könnte dir ja irgendeine Geschichte erzählen, weil du ihn ja nicht gekannt hast und deshalb auch nicht erkennen kannst. Das ließe sich also nicht beweisen.

In wie vielen Körpern kann eine Seele gewesen sein?

Nach meinen Erfahrungen leben wir so circa 70-100 Erdenleben. Wir inkarnieren auch immer innerhalb von Seelenfamilien, d.h. wir treffen auch immer wieder mit uns bekannten Seelen zusammen. Jeder kennt vielleicht das Gefühl, dass man Menschen begegnet, die einem irgendwie besonders bekannt vorkommen. Zu 80% treffen wir auf uns bereits bekannte Seelen.

Kann man Ihre Gabe auch trainieren, sodass sie sich weiterbildet?

Ja, die muss man sogar trainieren, weil du dir durch diese sensitive Wahrnehmung ganz sicher sein musst, dass du dich traust, Dinge auszusprechen. Es hilft nichts, wenn du eine Wahrnehmung hast und du dir denkst „Nein, ich weiß nicht, ich sag es jetzt lieber nicht“ oder du beschreibst oder formulierst es anders, dann sagt dein Klient „Naja, das ist ja ein bisschen wage alles zusammen“, und das soll es nicht sein. Je klarer desto besser.

Kann man das, was sie tun, auch mit Religion verbinden?

Ich würde sagen, wenn du Wahrnehmungen hast oder das Mediale lebst, dann entkoppelt sich die Religion. Für mich ist Religion wie ein Verein, der gewisse Statuten hat, gewisse Vorgaben, gewisse Glaubenssachen oder Regeln und die bestehen dann nicht mehr, denn was die christliche Kirche sagt, dass es nur ein Leben gibt und keine Reinkarnation, deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen. Aber Gott gibt es schon und das Göttliche ist schon das Höchste, das möchte ich schon betonen, das hat aber nichts mit einer Religionszugehörigkeit zu tun. 

Was wäre denn das Schlimmste, was ihnen passieren könnte, dass Sie dann nicht mehr als Medium arbeiten wollen würden?

Es gibt einen Fall von einer Kollegin in England, die hatte einen Klienten und als der Kontakt fertig war, die kürzlich verstorbene Ehefrau, ist der Klient rausgegangen und hat sich selber das Leben genommen. Und dann war natürlich beim Medium die Hölle los, weil die anderen Verwandten gesagt haben, das Medium sei schuld, dass er sich das Leben genommen hat. Er war sich einfach so sicher, dass seine Frau jetzt im Licht ist und dass es ihr gut geht und dann ist er ihr nachgegangen, weil er so traurig war. Das versuche ich insofern auszuschließen, abzuwenden, dass ich, wenn ich Anfragen bekomme, immer sage, der Verstorbene sollte mindestens ein halbes oder ein Jahr schon gegangen sein. Wenn man schon ein Jahr alles durch hat, alle Feiertage, alle Geburtstage, dann ist die Gefahr nicht mehr gegeben, dass er nachgeht, denn das wäre glaube ich das Schlimmste, was einem Medium passieren könnte und ich weiß nicht, ob ich es dann sein lassen würde.

Geht ein Medium auch mal in Rente?

(Lacht) Dafür bin ich noch zu jung. Ich habe keine Ahnung, aber möglich, ich weiß es nicht.

Hat ihr privates Umfeld ihre Gabe akzeptiert oder haben sich einige zurückgezogen?

Mein Umfeld findet es eigentlich sehr spannend, sehr interessant und sehr bereichernd, wenn ich daraus erzähle, weil sie dann dadurch auch, auch wenn sie keinen eigenen Kontakt haben, verstehen, dass es hinterher nach dem Tod etwas gibt. Viele sagen ja, sie glauben es nicht, aber für mich ist es ein Faktum, d. h. die finden es sehr bereichernd. Wenn wir uns irgendwo privat treffen würden, bin ich die Heike und nicht das Medium. Wenn sie es dann erfahren, dann ist es eher positiv und nicht negativ.

Wie begegnen sie den Menschen, die Ihnen vorwerfen, dass Sie sich diese Jenseitskontakte nur einbilden oder noch schlimmer nur ausdenken und das Vertrauen der Menschen nur ausnutzen?

Das habe ich gar nicht, das hatte ich noch kein einziges Mal. Die Klienten, die dann da waren, hatten so viele Beweise, dass dieser Vorwurf noch nie aufgekommen ist. Also das kenne ich so gar nicht.

Gab es schon mal einen Moment, der Sie sehr berührt hat? Dass sie angefangen haben zu weinen?

Ich bin natürlich manchmal sehr berührt, aber weinen, nein, das gar nicht, denn das wäre sehr unprofessionell, auch weil ich zum Tod ein ganz anderes Verhältnis habe. Eine Frau war kürzlich da, deren Sohn ist verstorben, und da ich selber Mutter bin, denke ich dann schon den ganzen Nachmittag und Abend darüber nach, aber das ist dann nicht, dass ich mitweine.

Ich würde euch auch gerne eine Frage stellen: Warum kommen denn die Seelen durch oder gibt es eine Quintessenz von allen Jenseitskontakten? Warum glaubt ihr, kommen die zu uns durch und was wollen sie uns ans Herz legen?

Ich kann mir vorstellen, dass die meisten auf das Leben zurückblicken und denken, „Hätte ich mich mal nicht so viel gestresst und wäre ich mal mutiger gewesen. Und ich denke, das ist die Botschaft, die sie uns geben wollen.“

Genau! Das heißt, sie empfehlen ihren Lieben immer, lebe dein Leben so, dass es dich wirklich glücklich macht. Sie würden sich nie in unser Leben einmischen, denn wir haben immer die freie Wahl, es kommt nie: Verkauf das Haus, tu dies nicht, tu das nicht. Sie geben uns immer durch: Lebe, was immer du leben willst, denn ich habe das zu meinen Lebzeiten nicht gemacht. Das realisieren sie nun aus der anderen Ebene. Sie sagen lebe das, was du wirklich willst, was deine Berufung ist, wofür du brennst. Frag dich, was bringt dich zum Strahlen und lebe dies und bitte nichts anderes. Und das ist die Quintessenz von allen Botschaften, von allen Jenseitskontakten, das sie dies ihren Lieben vermitteln, mache endlich das, was Du machen willst. Und das ist ein ganz wichtiger Punkt zu wissen, oder?

Ja, wir glauben, das ist doch ein schönes Schlusswort, oder?

Ja. Man sollte sich immer fragen „Wer bin ich wirklich, was will ich wirklich?“ Und im Endeffekt kommen wir mit nichts und gehen mit nichts und dazwischen ist ein großes Spiel.

Das stimmt. Frau Hoffmann, vielen Dank, das war ein unglaublich spannendes Gespräch.

Gerne! Ich danke Euch! Alles Liebe und probiert es einfach mal aus, wenn ihr Vertrauen habt. Es muss sich gut anfühlen, dann ist es richtig.

1 Kommentar

  1. Ur cool! Das lässt meine Zweifel und Angst vor dem tot sein wieder schrumpfen! Und macht mich zuversichtlich.
    Schade dass Sie so weit weg sind, ich würde so gerne eine Sitzung bei Ihnen machen.
    Alles Liebe
    Schleifer

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