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Das Unwort des Jahres

Das “Unwort des Jahres 2011” ist der Begriff “Döner-Morde”. Damit wurden von Polizei und Medien die von einer neonazistischen Terrorgruppe verübten Morde an zehn Menschen bezeichnet”, sagte die Sprecherin der “Unwort”-Jury, Sprachwissenschaftlerin Nina Janich. Der Begriff stehe prototypisch für die jahrelange Ignoranz und Fehleinschätzung der politischen Dimension der Mordserie. Durch die Reduktion auf ein Imbissgericht würden die Opfer in höchstem Maße diskriminiert und ganze Bevölkerungsschichten aufgrund ihrer Herkunft ausgegrenzt.

Das Unwort des Jahres wird seit 1994 jährlich von der Jury der „Sprachkritischen Aktion Unwort des Jahres” an der Universität Frankfurt am Main bestimmt. Hierzu kann aber jeder Vorschläge einreichen. Die Aktion „Unwort des Jahres” definiert Unwort als „Wörter und Formulierungen aus der öffentlichen Sprache, die sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzen.” Das erste “Unwort des Jahres” war 1994 das Wort “Peanuts”. Hilmar Kopper, damaliger Vorstandssprecher der Deutschen Bank AG, benutzte den Ausdruck „Peanuts“ im Zuge der Insolvenz des Immobilienunternehmers Jürgen Schneider für offene Handwerkerrechnungen im Wert von 50 Millionen DM. Weitere Unwörter des Jahres waren u.a. “Wohlstandsmüll”, “Ich-AG”, “Herdprämie” und im vergangenen Jahr “alternativlos”. Die “Unwort”-Jury besteht aus sechs Mitgliedern: Vier Sprachwissenschaftler, ein Journalist sowie ein jährlich wechselndes Mitglied.
Zum “Wort des Jahres” 2011 wurde übrigens der Begriff “Stresstest” gewählt.

 

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