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“In Hamburg stirbt man an Hitzschlag!”

Am Sonntag, dem 21.Juni 2015, reisten wir zum 19.Spiegel-Schülerzeitungswettbewerb nach Hamburg. Über 1000 Schülerzeitungsredakteure aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hatten sich die Monate zuvor als potenzielle Preisträger vorgestellt. Laurentinews.de war mit einem Sonderartikel von Marie Müller und als Online-Schülerzeitung nominiert.

Gegen 15 Uhr kamen wir in unserem Hotel in Hamburg an. Auf dem Weg dahin sahen wir schon einige bekannte Plätze. Unser Hotel gefiel Marie und mir ausgesprochen gut. An der Rezeption bekamen wir den aktuellen Spiegel und erfuhren, dass wir unser Zimmer mit zwei anderen Mädchen teilen würden. Wir schauten uns ein wenig enttäuscht an. Was im Nachhinein unberechtigt war, denn unsere Zimmergenossinnen waren, wie sich später herausstellte, sehr nett und gesprächig. Die Mädels waren allerdings nicht das erste Mal hier. Um 17.30 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Beachclub „StrandPauli“. Während des 30-minütigen Fußmarsches konnten wir schon einige Sehenswürdigkeiten entdecken.

Dann begann das BBQ und wir durften zwischen vielen leckeren Sachen wählen. Es gab Gegrilltes, Kartoffeln, unterschiedliche Salate, Gemüse und Brot. Zum Nachtisch wurden uns verschiedene Früchte und Süßigkeiten serviert. Während des ausgelassenen Grillabends hatten wir die Möglichkeit, andere Schülerzeitungsredakteure kennenzulernen.

Herr Walter schlug uns vor, Hamburg zu erkunden. Marie und ich freuten uns und stimmten zu. Ich wollte noch schöne Postkarten kaufen. Doch das war auf der Reeperbahn natürlich schwierig, denn schön hat hier eine andere Definition. Wir schauten uns die „Tanzenden Türme“ an, die Davidwache, liefen die „Große Freiheit“ entlang. Hier gab es einiges zu entdecken: z.B. das berühmte Dollhouse sowie der Club von Olivia Jones.

Wir kehrten ins Hotel zurück und freuten uns auf die Preisverleihung am nächsten Tag. Weil das Wetter wechselhaft war, wussten Marie und ich nicht, was wir zur Preisvergabe anziehen sollten. Nach einer kleinen Modenschau auf unserem Hotelzimmer legten wir uns zwei verschiedene Outfits bereit. Eins für Sonnenschein, eins für Regenwetter.

Am Montag standen wir ziemlich früh auf und machten uns für die Preisverleihung fertig. Der Blick aus dem Fenster war leider nichtssagend. Alle zwei Minuten wechselte das Wetter. In der letzten Sekunde entschlossen wir uns für das Regenwetter-Outfit, was sich später als sehr passend herausstellte. Wir frühstückten und düsten dann zum Spiegel-Gebäude mitten in Hamburg. Das Gebäude war riesengroß. Wir waren echt erstaunt. Um 9.30 Uhr begann im Konferenzraum die Blattkritik. Diese wurde von Alina Buxmann, unserer ehemaligen Chefredakteurin, geführt. Sie ging chronologisch durchs Heft und kritisierte die Artikel, die Bilder und das Layout. „Spiegel“-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer lobte Alinas Liebe zum Detail. Sie war sichtlich zufrieden und stellte fest, dass „dies eine Chance ist, die man nur einmal im Leben bekommt“.

Danach gab es Mittagessen in der Spiegel-Kantine. Wir durften zwischen drei verschiedenen Menüs wählen. Danach musste Alina leider schon abreisen.

Für Marie und mich ging es mit einem Workshop für Online-Journalismus weiter. Wir durften einer professionellen Journalistin von Spiegel-Online Fragen zu ihrem Beruf und zur Arbeit mit den Medien stellen und anschließend hinter die Kulissen ihrer Kollegen schauen. Das Büro der Spiegel-Online-Redaktion befand sich im Obergeschoss und der Blick von hier war atemberaubend. Zu sehen, was oder besser wer hinter den ganzen Artikeln steckt, war total interessant und unser persönliches Highlight des Workshops. Wir hatten sogar die Gelegenheit, einen Smalltalk mit Klaus Brinkbäumer zu führen und ein Foto mit ihm zu machen.

Danach hatten wir Freizeit. Wir kauften uns Eis und setzten uns auf eine Bank in der Sonne mit Blick auf den Hamburger Hafen. Nach der kleinen Verschnaufpause besichtigten wir „HafenCity“ und die Speicherstadt. Mit dem Bus fuhren zum Rathausplatz und machten ein paar Erinnerungsfotos. In einem Kiosk kauften wir uns Souvenirs und Getränke und setzten uns unter ein Dach.

Plötzlich wurden wir vom Regen überrascht. „Zum Glück können wir hier nicht nass werden“, dachte ich. „Wir warten einfach, bis es aufhört.“ Doch ein Blick auf die Uhr ließ uns aufschrecken: Wir mussten jetzt los, damit wir es rechtzeitig zur Preisverleihung schaffen. Wir fingen an zu rennen und machten unter jedem Dach eine Pause. „Wisst ihr, was deprimierend ist?“, fragte Herr Walter. Marie und ich schauten ihn wie zwei begossene Pudel an. „Dass ich meinen Regenschirm im Koffer gelassen habe.“ „Ich habe meinen auch im Hotelzimmer liegen gelassen!“, stellte ich fest. Diese Tatsache brachte uns alle zum Lachen. Wir stellten uns kurz unter ein Brückengeländer. Das war nicht sehr effektiv, (wie uns freundlicherweise ein Passant grinsend entgegenrief), schützte uns trotzdem ein wenig vor dem starken Regen. Dann lief eine Frau, leicht angetrunken und taumelnd, auf uns zu. „In Hamburg stirbt man an Hitzeschlag!“ lallte und lachte sie. „Genau“ sagte Herr Walter und schaute verzweifelt zum Himmel.

Doch als wir im Spiegel-Gebäude ankamen und um 17.30 Uhr dann der Höhepunkt unserer Reise, die Preisverleihung anfing, hatten wir das schlechte Wetter fast vergessen. Marie und ich waren sehr nervös. Herr Brinkbäumer begrüßte alle Schülerzeitungsredakteure und lobte die Qualität der eingereichten Beiträge. Er verglich guten Journalismus mit gutem Handwerk und sagte, wir würden unser Handwerk, wie es unsere Beiträge beweisen, beherrschen. Sieben Kategorien wurden insgesamt ausgezeichnet. Dadurch, dass die Kategorien, in denen wir nominiert waren, ziemlich am Ende ausgezeichnet wurden, stieg die Aufregung. Laurentinews.de belegte in diesem Jahr in der Kategorie „Online-Auftritt“ den dritten Platz. Somit gehört unsere Schülerzeitung zum vierten Mal in Folge zu den drei besten Online-Schülerzeitungen Deutschlands. Die Jury fand „die thematisch vielfältigen Artikel mit Magazinanspruch“ sehr gut und bestätigte, dass Laurentinews.de seit vielen Jahren eine gute Adresse für sehr guten Online-Journalismus sei. Für unsere Redaktion gab es 300 Euro und eine Urkunde. Einen weiteren Preis bekam Marie. Für ihren Artikel „Dufte Sache, diese Pheromone“ gewann sie den von der Joachim Herz Stiftung ausgelobten Preis für Wissenschaftsjournalismus. „Der flüssig geschriebene Artikel überzeugt vor allem durch Alltagsnähe und zeigt auch die Grenzen von Wissenschaft auf“, lautet die Begründung der Jury. Als wir die Platzierung erfuhren, freuten wir uns sehr. Marie hatte mit dem 1.Platz nicht gerechnet. Auf der Bühne nahm sie freudestrahlend die Urkunde und ein IPad Air entgegen.

Bei einem italienischen Abendessen in der Spiegel-Kantine reflektierten wir die Ereignisse der vergangen Tage und besprachen unsere Platzierungen sowie die der anderen Schülerzeitungen. Danach fuhren wir zurück ins Hotel.

Doch an Schlaf war nicht zu denken. Unsere Zimmergenossinnen, Marie und ich verabredeten uns in der Hotel-Lobby und wir klangen den Abend in gemütlicher Runde aus. Wir hatten eine Menge Spaß und schlossen Freundschaften mit anderen Journalisten. Es wurden Handynummern ausgetauscht und Blicke in die Print-Ausgaben geworfen. Bis drei Uhr nachts unterhielten wir uns und machten Quatsch. Doch irgendwann waren wir müde und fielen erschöpft ins Bett.

Am nächsten und letzten Morgen unserer Reise packten wir unsere Koffer und frühstückten. Ein wenig traurig, aber dennoch zufrieden. Mit der Bahn fuhren wir mit vielen Eindrücken im Gepäck zurück in unsere Heimat. Es hat uns in Hamburg so gut gefallen, dass wir gerne noch ein paar Tage länger geblieben wären. Da sind Marie und ich uns einig. Auch die anderen Redakteure wollen wir demnächst wiedersehen, sobald sich die Gelegenheit ergibt. Vielleicht ja schon nächstes Jahr?

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