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JFK – Mord und Mythos einer Legende

22. November 1963, Dallas, Texas, USA: Das Auto fuhr langsam, damit ihn  jeder sah. Er winkte, lächelte, strich seiner Frau die wehenden Locken aus dem Gesicht. Staunen, Freude, Hoffnung, alles ging von diesem Mann aus. Sekunden später fielen Schüsse, töteten den Präsidenten und hinterließen eine Nation voller Trauer und offener Fragen – die bis heute ungeklärt blieben.

Mary Ann rannte auf die andere Seite der Straße, sie wollte es ja nicht verpassen. Zusammen mit ihrer Freundin stand sie in einer Kurve der Dealey Plaza, vor ihr nur eine Reihe Polizisten und Wachleute. Die anderen drängelten sich ein paar Meter weiter links zusammen, sie hatte perfekte Sicht.

Dieses Polaroid wurde von Mary Ann Moormann im Moment des tödlichen Schusses gemacht.

Dieses Polaroid wurde von Mary Ann Moormann im Moment des tödlichen Schusses gemacht.

Die alte Kamera ans Auge gelegt, wartete sie auf den perfekten Moment, das Foto für ihren Sohn zu schießen. Das Auto fuhr langsam durch die Kurve. Durch das kleine Fenster der Kamera sah sie ihn, lächelnd, winkend. Auf einmal ein komischer Knall, den Mary Ann ignorierte, sie war vollkommen darauf konzentriert dieses Foto zu schießen. Jetzt, ein leichter Druck auf den Knopf, perfekt. Man sah seinen Hinterkopf, seine Haare wehten komisch zu Seite. Es sah aus, als hätte der Wind sein Haar nur von einer Seite erfasst. Ein Knall. Schreie. Das war kein Wind gewesen. Dies alles passierte in Bruchstücken von Sekunden. (Interview mit der Augenzeugin Mary Ann Moormann in der PBS NewsHour)

John F. Kennedy, der 35. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, wurde an diesem Tag von zwei Gewehrschüssen getroffen und starb wenig später in der Notaufnahme des Parkland Memorial Hospital. Es wurden genau drei Schüsse abgefeuert, einer davon verfehlte den Präsidenten, die beiden anderen Schüsse trafen. Ein Schuss trat in den Hals ein und der zweite seitlich in den Kopf. Dieses Ereignis liegt nun schon 50 Jahre zurück. Doch immer noch scheint ein Schleier der Vertuschung und der Unwissenheit über diesem Fall zu liegen. Die Tatsache, dass die Obduktion des Leichnams nur 3 Stunden dauerte, was normalerweise drei volle Tage in Anspruch nimmt, warf erste Zweifel auf. Viele Dinge schienen nicht untersucht worden zu sein. War dies eine Nachlässigkeit der obduzierenden Ärzte, das Drängen der Familienangehörigen oder vielleicht sogar bewusste Manipulation zur Verschleierung einer Verschwörung?

Außer, dass Kennedy zu dieser Zeit der mächtigste Mann der Welt war, gab es noch andere Dinge, die dafür sorgten, dass  dieser Mann wohl immer von Menschen verehrt werden wird.  Kennedy war mit 43 Jahren zum Präsidenten gewählt worden. Sein jugendliches Charisma und auch der Glanz und Glamour seiner Ehefrau Jacky schienen eine Ära des Optimismus und des Aufbruchs anzukündigen. Doch auch die Affäre mit der Schauspielerin Marilyn Monroe und der Ruf John F. Kennedys als Schürzenjäger werden immer Dinge sein,  die man mit dem Maythos Kennedy verbindet. In seiner Antrittsrede sagte er:

Ask not what your country can do for you — ask what you can do for your country. (Fragen Sie nicht, was Ihr Land für Sie tun kann – fragen Sie, was Sie für Ihr Land tun können)
.

Doch nach den Todesschüssen von Dallas begann ein Zeitalter der Konfrontation und Paranoia. Der Krieg in Vietnam kostete zahlreichen US-Soldaten das Leben, die Kämpfe der Bürgerrechtsbewegung sorgten für Rassenunruhen im Inneren, die Morde an Martin Luther King und Robert Kennedy, dem jüngeren Bruder John F. Kennnedys, erschütterten das Land.

Während seiner Regierungszeit regte sich viel in den Vereinigten Staaten. Doch viele Veränderungen sorgen auch immer für viele Feinde, denn nicht jeder war mit seinen Entscheidungen oder den herrschenden Umständen zufrieden. So hatte Kennedy nicht nur Feinde außerhalb der Landesgrenzen. Es gibt viele Theorien rund um das Attentat auf Kennedy, einige behaupten sogar, dass die amerikanische Mafia dahintergesteckt habe, was jedoch nur Spekulationen sind, denn der wirkliche Täter starb doch nur 2 Tage nach Kennedy, oder?

Lee Harvey Oswald, ein 24jähriger Marxist, wurde unmittelbar nach dem Attentat auf den Präsidenten in einem Kino gestellt und festgenommen. Es hieß, er habe kurz zuvor einen Polizisten getötet. Danach wurde er unter chaotischen Umständen verhört, die Polizei ließ der Presse jegliche Freiheit und alles wurde veröffentlicht. Obwohl die Ermittlungen erst am Anfang standen, hieß es in den Zeitungen schon, man habe den Mörder des Präsidenten gefunden. Dies führte zu einem ganzen Berg an Morddrohungen gegen Oswald. Ihm war bewusst, würde er die Polizei von seiner Unschuld überzeugen, hinaus auf die Straße treten, wäre er in großer Gefahr, von einem fantischen Kennedyanhänger getötet zu werden. Er gab kein Geständnis ab und beteuerte immer wieder seine Unschuld, und dass er nur zum  „Sündenbock“ gemacht werde. Vor dem Prozess brachte ihn die Polizei ins Staatgefängnis. In der Tiefgarage trat ihm  Jack Ruby, ein Nachtclubbesitzer aus Dallas mit Verbindungen zur Mafia, entgegen und feuerte mit den Worten: „Du hast meinen Präsidenten getötet, du Ratte“, einen tödlichen Schuss ab.

Natürlich war Oswald Hauptverdächtiger und es gab viele Indizien, dass dieser auch der Täter war, wie zum Beispiel die beiden Gewehre, die Oswald angeblich mit einem falschen Namen bestellt hatte. Das eine Gewehr lag in dem Haus aus dem die Schüsse auf Kennedy kamen und das andere tötete den Polizisten J.D. Tippit kurz vor Oswalds Verhaftung. Die Spuren auf beiden Waffen waren identisch, also musste der Mörder des Präsidenten auch den Polizisten getötet haben. Dennoch gibt es keinen unwiderruflichen Beweis dafür, dass Oswald den Polizisten wirklich tötete, somit auch keinen Beweis, dass Oswald den Präsidenten tötete.

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Auch die mysteriösen Umstände seines Todes machten JFK zur Legende.

Zwar kam die von Kennedys Nachfolger Lyndon B. Johnson einberufene Kommission zu dem Ergebnis, dass Oswald ein Einzeltäter gewesen sei, doch davon ließen sich die Verschwörungstheoretiker nicht abhalten: Sie machten wahlweise die CIA oder den russischen KGB, die Mafia oder Fidel Castro für Kennedys Tod verantwortlich.  In einer Gallup-Umfrage aus dem Jahr 2003 unter 471 US-Amerikanern über 18 Jahren wurde gefragt, wen man für den mutmaßlichen Täter hält. Die US-Amerikaner verdächtigten  die Mafia (37 % der Befragten), an zweiter Stelle die CIA (34 %), an dritter Stelle Kennedys Nachfolger Johnson (18 %), danach Kuba und die Sowjetunion (jeweils 15 %). Das ist eventuell ein Hinweis darauf, dass die Theorien nicht nur heiße Luft zu seien scheinen, die sich irgendwelche Verschwörungstheoretiker in einem abgedunkeltem Hinterzimmer zusammengereimt haben. Untersuchungskommission hin oder her, die Bevölkerung glaubt daran, dass es nicht Oswald, bzw. nicht Oswald alleine war, der den Präsidenten tötete.

Nach 50 Jahren scheinen nun alle Hoffnungen verloren, wirkliche Beweise für eine Theorie zu finden, man fragt sich jedoch warum damals so lasch mit wichtigen Spuren umgegangen wurde. Auch viele wichtige Zeugenaussagen, die nicht zu der offiziellen Darstellung passten, wurden nicht in die Ermittlung einbezogen. So sagten fünfzig Zeugen aus, sie hätten Schüsse gehört, die von vorne abgegeben wurden, nämlich von dem Grashügel an der Dealey Plaza. Mehrere Augenzeugen gaben an, sie hätten auf dem Grashügel oder an der Unterführung Pulverdampf aufsteigen oder Männer mit Gewehren weglaufen sehen. Bei diesem Umgang mit Beweismitteln ist es nicht ungewöhnlich, dass die Bevölkerung an dem Ergebnis der Untersuchungskommission gegen Oswald zweifelt. Die Regierung schien gar kein Interesse daran gehabt zu haben, dass der Fall von allen Seiten beleuchtet wird. Zusätzliche Nahrung erhielten die Verschörungstheorien mit der Erfindung des Internets. Schnell blühten immer weitere Theorien zu den Umständen des Todes von JFK auf und keine Theorie schien zu abstrus zu sein, um nicht doch durchdacht zu werden. Einige mutmaßten, der Chauffeur der Präsidentenlimosine habe Kennedy ermordet, wieder andere verdächtigten die Bodyguards des Secret Service und sogar von einem “spektakulären Selbstmord” ist an einigen Stellen im Netz die Rede. Seriöse Journalisten sprechen heutzutage fast alle vom Alleintäter Oswald – vermutlich auch aus dem Grund, weil alle anderen Alternativen noch weniger überzeugend klingen.

Wir werden es vermutlich nie erfahren. Offiziell  wird immer Oswald der Mörder Kennedys bleiben und egal wie viele Theorien es gibt, wie viele Menschen an andere Theorien glauben, John F. Kennedy, ein wichtiger Mann und eine herausragende Persönlichkeit in unsere Geschichte, ist am 22. November 1963 auf grausame Weise getötet worden. Diese Tatsache lässt sich nicht ändern. Er hinterließ eine Frau die Jahre lang über Affären hinwegsah und ihn, so schien es, aufrichtig liebte und zwei Kinder, die an diesem Tag ihren Vater verloren.

Willy Brandt, damaliger regierender Bürgermeister in West-Berlin, sagte zur Ermordung Kennedys

Eine Flamme ist erloschen für alle Menschen, die auf einen gerechten Frieden und auf ein besseres Leben hoffen. Die Welt ist an diesem Abend sehr viel ärmer geworden.

R.I.P. John F. Kennedy
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Für weitere Informationen rund um die Verschwörungstheorien zum Kennedy Attentat empfehlen wir Euch diese Dokumentation:

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