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Vom Scharlatan zum Mediziner

Von Südengland nach Persien will der junge Bader Rob reisen um dort bei dem größten Mediziner seiner Zeit zu lernen. Nach fast drei  Jahrzenten wurde endlich der Mittelalter-Bestseller „Der Medicus“ von Noah Gordon verfilmt.

Nachdem der neunjährige Rob Cole(Tom Payne) im Jahr 1021 zur Vollwaise wird, geht er bei einem Bader (Stellan Skarsgård) in die Lehre. Sie ziehen gemeinsam durch Südengland, wo viele Bader wegen übergöttlicher Heilkräfte hingerichtet werden. Der Bader bringt Rob Zauberkünste, wie zum Beispiel das Jonglieren, und medizinische Grundlagen bei. Jedoch nicht genug, Robs Meinung nach. Er möchte mehr Krankheiten heilen können, besonders die „Seitenkrankheit“, heutzutage „Blinddarmentzündung“,  liegt ihm sehr am Herzen, da seine Mutter ihr erlag. Schließlich hört Rob von einem Medicus der in einer fernen Stadt namens Isfahan, die in Persien liegt, gelernt hat und beschließt, dort zu studieren. Also trennt er sich von seinem Lehrmeister und Ziehvater und beschreitet den Weg nach Persien. Um  das Land Persien betreten zu dürfen, muss man allerdings Jude oder Moslem sein. Da Rob aber Christ ist, muss er sich noch selbst beschneiden. Bei seinem Aufenthalt in Isfahan darf er sich auch nicht anmerken lassen, dass er die jüdischen Bräuche gar nicht kennt. Schließlich trifft er dann auf Ibn Sina(Ben Kingsley), den größten Mediziner zu seiner Zeit, der ihm jedoch auch gewisse Grenzen der Medizin aufzeigt. Aber auch in Persien wird die Heilkunst besonders von radikalen Muslimen der Mediziner hinterfragt. Was für Rob verheerende Folgen hat.

Dreck, Schmutz, Elend. Genau wie man sich das Mittelalter vorstellt. Und genauso wurde auch der Beginn des Films umgesetzt. Der neunjährige Rob muss in der Zeche arbeiten, um seiner alleinerziehenden Mutter zu helfen die Familie zu ernähren. Sehr gelungen rübergebracht! Auch der Kulturunterschied, den Rob erlebt, indem er vom christlichen London zum islamischen und jüdischen Isfahan reist, ist gut gelungen. In England sind die Dörfer und Städte düster und dreckig dargestellt, Isfahan jedoch ist hell und prächtig. Mit der Besetzung hat der Regisseur, Phillip Stölzl, einen Volltreffer gelandet. Von noch nicht so bekannt mit Tom Payne in der Hauptrolle bis sehr bekannt mit Ben Kingsley in der Rolle des Ibn Sina ist alles dabei. Auch Elyas M´Bareck ist dabei und leistet eine sehr gute schauspielerische Leistung. Er spielt Karim, den Kommilitonen von Rob, der öfters mal betrunken in die Universität kommt und der Sohn vom Schah der Stadt Isfahan ist.

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Zu bemängeln ist, dass die Reise nach Persien meiner Meinung nach etwas zu kurz geraten ist. Rob fährt los, ist nach ein paar Erlebnissen in Isfahan angekommen und sein Bart ist deutlich länger als vorher. Zur Verbesserung wäre ein Zweiteiler aus dem 800-Seiten-Roman möglich gewesen. Vielleicht gibt es diesen Zweiteiler ja dann in der Fernsehversion zu sehen, schließlich wurde der Medicus von der ARD Firma Degeto koproduziert.

Als Fazit lässt sich sagen, dass bildgewaltige Historienfilme, wie der Medicus beweist, auch abseits von Hollywood gedreht werden können. Im Gegensatz zum Buch, das mit einer eher nüchternen Erzählweise daherkommt, ist der Film mit deutlich mehr Spannung und Emotionen aufgeladen und hat einen schlüssigen Handlungsbogen. Der Film ist im Gesamtbild gut, jedoch leider etwas zu kurz geraten


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