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Willkommen in den Zwanzigern

“Wenn gelegentlich etwas Altmodisches wieder Mode wird, merken wir, wie bezaubernd unsere Großmütter gewesen sein müssen.“ So lautet ein Zitat des deutschen Schriftstellers und Bühnenautors Sigmund Graff. Dieses Frühjahr geleitet uns die berüchtigte Fashion Time Mashine neunzig Jahre zurück – In die Golden Twenties.

Dadurch, dass die Frauen sich nach dem Ersten Weltkrieg als moderne, aktive Mitglieder in der Gesellschaft verstanden, zeigten sie sich auch in betont selbstbewussten Kleidern. Die Modeikone dieser Zeit war Coco Chanel. Ihr sind wohl auch die geradlinigen Schnitte mit dem Hang zur Androgynität, sprich dem Vereinen sowohl weiblicher als auch männlicher Merkmale in der Damenmode jener Zeit, zu verdanken. Sie revolutionierte die Mode, indem sie sich ihrer wallenden Locken entledigte und in praktischen Jersey-Kleidern zeigte. Die typische Frau, die Garconne war verführerisch weiblich und gleichzeitig androgyn. Nach ihrem Beispiel bestand die damalige Freizeitmode aus knielangen legeren Hängekleidern, durch die öffentlich Bein gezeigt wurde. Doch gen Ende des Jahrzehntes wandelte sich die Rocklänge von knie – zu knöchellang. Das damalige Schönheitsideal verlangte keine ausgeprägten weiblichen Formen mehr, sondern einen kleinen Busen. So wurde nicht mehr die Taille, sondern die Hüfte mit Gürtel oder Schleifen betont, denn das verkleinert die Brust optisch. (Wahrscheinlich mag ebendies leider auch seinen Teil zu der Lauftstegbesetzung unserer Zeit – oftmals bestehend aus Magermodels – beigetragen haben.)
Der Rock eines Kleides fiel oft anmutend glockenförmig aus, hatte einen Zipfel oder die für dieses Jahrzehnt repräsentativen Falten. Der Charlestonmode nachzumuten waren die Kleider relativ hoch geschlossen. Auch kam zu dieser Zeit der Schichtenlook in den Trend. So trug man die Hängekleider oft in Kombination mit einer Strickjacke. Wahrscheinlich wird man auch in diesem Frühling viele Frauen in Outfits bestehend aus Gypsykleidern und Strickjacken antreffen, wie es in den Zwanzigern üblich war. Einzelne Kleidungsstücke aus Grob-Strick sind ein Muss. Dabei reicht es schon eine trendige Oversize Strickmütze aufzusetzen oder zu einer gestrickten Umhängetasche zu greifen. Mit derartigen kleinen Hinguckern liegst du bald voll im Trend. Ebenso dürften die damaligen Bonbonfarben und sanften Pastelltöne dein Golden Twenties – Outfit perfekt typisieren.
Abends jedoch darfst du andere Geschütze auffahren.
Während es für die Frau der Zwanziger galt, sich am Tag möglichst sportlich und praktisch darzubieten, zeigte sie am Abend Haut. Augenscheinlich wurde Keuschheit dann ein bedeutungsloser Terminus. Zwar waren Abendkleider ähnlich geschnitten wie auch die Gypsys vom Tag, doch reichte ihr Ausschnitt fast bis in die Taille, und das sowohl vorne, als auch hinten im Rücken. Ausschlaggebend für die abendliche Eleganz waren aufgrund der alltäglichen Schnittmuster also die Stoffe. Fransen, Federn, Perlen, Pailletten und Volants aus fragilster Seide gaben den Goldenen Zwanzigern ihren Namen und haben schließlich auch ihren Weg zu uns ins Einundzwanzigste Jahrhundert gefunden. Auch Accessoires wie Federboas, Perlenketten – und Armbänder, Spangenschuhe, schillernde Handtaschen und mit Glasperlen bestickter Haarschmuck bekräftigten damals den Hang zum extravaganten Glanz. Zu den dünnen Kleidern wurden oftmals auch Capes oder Mäntel angelegt.
Jetzt hast du hoffentlich einen guten Einblick in die Damenmode der Zwanziger Jahre gewonnen. Wie weit lässt du dich diesen Frühling durch jenen Look inspirieren?

3 Kommentare

  1. Netter Blog, sehr informativ und schoen gemacht.

  2. Toller Blog, Kompliment! Allerdings: Was wären die Mode und das moderne Frauenbild der “Goldenen Zwanziger” ohne den Bubikopf?! Freue mich schon auf einen Blog zu diesem Thema 😉 Annersonsten: Unbedingt weiter machen, ihr macht das super!

  3. Sehr Schön gestaltet auch mit dem demonstrativen Bildchens dabei ^^ Weiter soo :))

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