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Karneval – närrisches Treiben mit Geschichte

Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn – den Karneval.  So findet man in diesen Tagen viele Karnevalsflüchtlinge in der Nordseeregion. Andererseits gibt es auch genügend Nordlichter, die sich in den Karnevalstrubel stürzen. Doch wieso feiern wir überhaupt Karneval?

Es gibt mehrere Erklärungen für die Entstehung des Karnevals. Die Herkunft dieses Festes ist bis heute nicht genau geklärt.
Ein Vorläufer des heutigen Karnevals könnten die siebentägigen Feste der Mesopotamier sein, die nach dem Neujahr eine symbolische Hochzeit eines Gottes feierten. Eine altbabylonische Innenschrift aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. besagt: „ Kein Getreide wird an diesen Tagen gemahlen. Die Sklavin ist der Herrin gleichgestellt und der Sklave an seines Herrn Seite. Die Mächtige und der Niedere sind gleichgeachtet.“ Damit wird erkennbar, dass zu der Zeit schon eine Gleichberechtigung bei großen Feiern stattfand. Dieses Merkmal ist bis heute noch charakteristisch für den Karneval.
Eine andere Erklärung gibt das Christentum. Das Wort Karneval könnte sich von (lat.) „carne vale“ ableiten, welches übersetzt so viel wie „Fleisch, lebe wohl!“ heißt. Die Christen feiern also noch einmal ausgelassen, bevor die Fastenzeit beginnt.

Die Feiern zu Ehren des Gottes Saturn, die sogenannten Saturnalia, könnten ein antiker Vorläufer des heutigen Karnevals gewesen sein.

Auch gibt es Ähnlichkeiten mit den Festen des alten Roms, bei denen die Menschen jährlich eine Feier für den Gott Saturnus veranstalteten. Dort gab es, wie bei dem heutigen Karneval auch, bunte Festumzüge und Kostümierte. Ableiten könnte sich das Wort Karneval in diesem Fall auch von (lat.) „carrus navalis“, welches übersetzt Schiffskarren oder Schiffswagen heißt.

So viele verschiedene Begründungen, die es für die Entstehung des Karnevals gibt, so viele verschiedenartige Formen des Karnevals gibt es auch weltweit. Jeder kennt den Karneval in Köln und Düsseldorf und daher möchten wir hier ein paar andere kuriose Karnevalsbräuche vorstellen.

Der Karneval in Venedig ist berühmt für seine prunkvollen Masken.

Die Bewohner von Trinidad und Tobago lassen es an Karneval so richtig krachen. Die Insulaner bemalen sich mit Öl, Schlamm und Schokolade, um die äußerlichen Unterschiede der Armen und Reichen zu verwischen, die Finnen rodeln am Faschingsdienstag, da ein alter Aberglaube besagt, dass ausgiebiges Schlittenfahren die Ernte des kommenden Jahres steigern würde und beim Karneval in Italien kommt es jährlich zu einer Orangenschlacht. Charakteristisch für den historischen Karneval in Venedig sind die prunkvollen Masken, Tierkämpfe und Feuerwerke.
Zum Ende der Karnevalszeit wird auf den Kanarischen Inseln das „Entierro de la sardina“ gefeiert. Dabei wird eine große, aus Pappmaché gefertigte Sardine unter lautem Geheule und Stoßgebeten von tausenden Trauernden durch die Straßen getragen und anschließend an einem zentralen Ort verbrannt.

Zum Schluss 10 wissenswerte Fakten über Karneval:

  1. In Deutschland werden jährlich ca. 300 Millionen Euro für Kostüme ausgegeben.
  2. Konfetti gab es schon im alten Rom. Damals wurden Menschen nicht wie heute mit Papier, sondern mit Rosen überschüttet.
  3. Auf dem Kölner Karneval werden über 700 Tausend Schokoladentafeln, sowie 220 Tausend Schachteln Pralinen und 300 Tausend Blumensträuße verteilt. Mit einer Länger von über 7 Kilometern und über 1 Million Besucher, ist der Kölner Rosenmontagsumzugs der größte Karnevalsumzug Deutschlands.
  4. Krapfen sind an Karneval beliebtestes Fettgebäck. Je nach Region gibt es für dieses Gebäck aber unterschiedliche Namen. In Norddeutschland, Westfalen und dem Rheinland nennt man es „Berliner“, in Süddeutschland bezeichnet man es als „Krapfen“ und in Ostdeutschland ist es unter dem Namen „Pfannkuchen“ bekannt.
  5. Jeder, der bei einem Karnevalsumzug dabei war, hat schon einmal „Helau“, „Alaaf“ oder „Heijo“ gehört. Doch was bedeutet es überhaupt? Das Kölner  „Alaaf“ leitet sich von „all-ab“ ab und bedeutet so viel wie „Achtung Köln, alle zur Seite, die Narren kommen!“ Das „Helau“ der Düsseldorfer kommt vom „Hellauf“, welches ein närrischer Schlachtruf aus dem 18. Jahrhundert war.Auch die Berliner haben einen eigenen Narrenruf: „Heijo!“. Dieser heißt so viel wie „Heiterkeit und Jokus“.
  6. Der Teufel ist eine sehr bekannte Figur des Karnevals. Bereits im Mittelalter wurde sie als Fastnachtsfigur benutzt.
  7. In München werden Geldbeutel im Fischbrunnen gewaschen, da am Aschermittwoch die Geldbeutel leer sind und sie sich schnell wieder auffüllen sollen.
  8. Der Name „Rosenmontag“ hat nichts mit der Rose oder dem knalligen Rot zutun. Vielmehr bedeutet es „der rasende Montag“, welches die „verkehrte Welt“ des Karnevals symbolisiert.
  9. In der DDR musste man einen Antrag an den Arbeitskreis Karneval stellen, bevor man Karneval feiern durfte.
  10. Die nach Karneval beginnende Fastenzeit dauert nicht 40 sondern 46 Tage, da alle Sonntage nicht mit inbegriffen sind.

 

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