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(M)ein Papst in Deutschland

Papst Benedikt XVI ist für vier Tage auf Staatsbesuch in seiner alten Heimat Deutschland. Doch wer ist der Heilige Vater heute noch für uns? Ist dieser Papstbesuch die 25 bis 30 Millionen Euro Steuer- und Kirchengelder wirklich wert?

Wir wollten von den Schülerinnen und Schülern wissen: Was für eine Bedeutung sprichst Du dem Papst zu?

Schüler 1: Ich höre nicht viel von ihm. Über das Papsttum mache ich mir keine großartigen Gedanken.

Schüler 2: Früher, als der Klerus noch eine relativ hohe Machtposition in der Welt besaß, war er wichtig und traf Entscheidungen, die das allgemeine Volk berührten. Heute hat er keinen spürbaren Einfluss mehr, zumindest nicht auf unsere Generation.

Der Papst ist da, bloß scheint er nicht mehr an uns Jugendliche heranzutreten. Er verliest seine Messen, er setzt sich für Leidende und Unterdrückte ein aber wieso hört man so selten von ihm? Schließlich ist zu beobachten, dass der Glaube in unserer Gesellschaft immer weiter in den Hintergrund rückt. Sollte das nicht Grund genug sein, Gott den Menschen wieder näherbringen zu wollen?
Es sollten mehr Reformen durchgeführt werden, um den Keil zwischen Wissenschaft und Glauben zu begraben, sodass sich keine Widersprüche mehr bilden und es uns leichter zu glauben fällt.

Doch konkrete Begebenheiten zeigen, dass der Papst doch noch Einfluss auf die Menschen hat. Um gar nicht so weit vom jetzigen Zeitpunkt abzuschweifen, sollte man sich einfach nur die Euphorie anschauen, die der Papstbesuch dieses Sommers in Madrid ausgelöst hat. Dem entgegengesetzt sind auch Unruhen, z.B. nach seiner umstrittenen Regensburger Rede, in der er ein islamkritisches Zitat verlesen hatte.

Schüler 3 (Anhängerin des Islam): Der Papst hat nicht das Recht andere Religionen zu beanstanden. Was würde es auslösen, wenn die Weltreligionen sich gegenseitig anfechteten? Krieg?

So wird der Papst in vielerlei Hinsicht kritisiert. Er wird als arrogant, weltfremd, unbelehrbar oder, wie hier, als intolerant bezeichnet. Vereinzelt wird sogar gemeint, der Papst säße auf einem zu hohen Ross.

Papst Bendedikt im Olypiastadion Berlin


Schüler 4: Vertreter Gottes auf Erden sollte sich niemand nennen. Das ist nicht mehr zeitgemäß.

Gleichwohl scheint der Papst mit festen Grundsätzen nach Deutschland gekommen zu sein. So beinhalteten die Reden, die er in Berlin hielt, in erster Linie das Auseinandersetzen mit aktuellen weltlichen Problemen. Dabei war seine Rede eher theoretisch-philosophischer Natur und richtete sich weniger an das Kirchenvolk als an an die Politikerinnen und Politiker im Parlament. Sie sollten statt nach Erfolg und materiellem Gewinn viel eher nach Frieden und Gerechtigkeit streben.

Jedoch lobte er auch die eingesetzte Umweltbewegung und motivierte zu weiteren Schritten der Natur und der Schöpfung Respekt zu erweisen.
Außerdem bekräftigte er, das Auseinandersetzen mit den Protestanten sei ihm wichtig. Man darf zwar nicht gleich erwarten, dass Frauen höchste geistliche Ämter zugestanden werden oder, dass sich katholische und evangelische Kirche vereinen, aber man kann in gespannter Erwartung verfolgen, wie der Papst sein Versprechen, die zahlreichen Probleme in der Welt – und auch in Deutschland anzupacken, einzulösen vermag.
So wird sich wohl noch zeigen, was für eine Bewegung der Papst in seiner Heimat auslösen wird und ob sich der Aufwand und die Kosten für seinen Besuch gelohnt haben. Zumal unsere Generation höchstwahrscheinlich nicht noch einen Staatsbesuch eines deutschen Papstes in seiner Heimat erleben darf.

Das geplante Programm in Deutschland schließt siebzehn Ansprachen und fünf große Gottesdienste in den drei Bistümern von Berlin, Erfuhrt und Freiburg ein. Es wird mit mehreren hundertausend Pilgern aber auch zahlreichen Protestgruppen gerechnet.

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