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Halloween – Darüber scheiden sich die Geister

Der 31.Oktober ist für viele etwas Besonderes. An keinem anderen Tag im Jahr macht es so viel Spaß eine coole Kostümparty mit seinen Freunden zu veranstalten, sich gemeinsam bei Gruselfilmen zu erschrecken und Gummibärchen in Kürbisform zu naschen. Halloween scheint beliebter denn je zu sein, doch es hat auch seine Schattenseiten.
Viele Erwachsene verdrehen die Augen, wenn man sie nach ihrer Meinung zu Halloween fragt. Sie regen sich über die lästige Werbung auf, beschweren sich über die Streiche, die oft unter die Gürtellinie gehen und klagen über Lärmbelästigung, weil lautstarke Menschengruppen Halloweenpartys feiern und die Nachtruhe stören.
Halloween kommt aus dem Englischen, „All Hallow‘s Eve“, und heißt „Vorabend von Allerheiligen“. An dem doch eigentlich stillen Abend vor Allerheiligen wollen die Menschen in sich kehren und an ihre Verstorbenen erinnern. Da Halloween mit dem Reformationstag zusammenfällt, wollen sie an die religiösen Hintergründe denken. Sie öffnen nicht die Tür, weil sie ihre Ruhe haben möchten. Doch das ist ein Fehler, denn wenn die Verkleideten sehen, dass doch jemand im Haus ist, „rächen“ sie sich, indem sie Häuser beschädigen und Vorgärten verwüsten. Nicht selten muss die Polizei eingreifen.
Doch das ist noch nicht alles: In den Nachrichten wurde neulich von maskierten Clowns berichtet, die durch die Großstädte ziehen und Passanten erschrecken. Sie tragen Kettensägen oder Äxte mit sich und verfolgen ihre Opfer damit. Die Clowns jagen ihnen eine Todesangst ein. Die Passanten flüchten so schnell es geht; häufig verletzen sie sich dabei. Kürzlich wurde in Paris eine Bande aus vierzehn Jugendlichen festgenommen. Da fragt man sich nur: „Sind die denn von allen guten Geistern verlassen?“ Dieser Spaß geht eindeutig zu weit.
Auch die Kirche kritisiert den Halloweenbrauch, weil er andere, wichtigere Traditionen beiseiteschiebt. Zum Beispiel Sankt Martin. Die Kinder werden bei dem Fest an das Teilen mit den Armen erinnert und daran, dass Hilfsbereitschaft in unserer Gesellschaft sehr wichtig und unverzichtbar ist. Doch immer weniger Kinder machen sich die Mühe, eine schöne Laterne zu basteln und Lieder auswendig zu lernen oder an einem Martinsumzug teilzunehmen.

Vor allem für ältere Zeitgenossen ist es nicht leicht, Halloween zu akzeptieren. Sie sind kirchlich geprägt und kennen ein solches Fest aus ihrer Kindheit nicht. Menschen, die schon einmal von Haus zu Haus gegangen sind, haben bestimmt schon einmal erlebt, wie Rentner verwirrt die Tür öffneten und nicht wussten, was um sie geschieht. Kinder und Jugendliche dagegen lassen sich eher auf diesen Trend ein, da sie keine Vorurteile haben oder etwas kritisch hinterfragen und sich leicht von Masken und Kostümen begeistern lassen.
Obwohl Halloween immer populärer wird, kennen die wenigsten die Ursprünge und Absichten des Fests. Da es in Amerika besonders beliebt ist, glauben die meisten, dass Halloween aus den USA stammt. Doch das ist falsch. Seine Ursprünge hat das Fest in Irland. Irische Einwanderer brachten es in die USA, um ein Stück Heimat in das neue Zuhause zu bringen. In Irland geriet das Fest in Vergessenheit, während es in Amerika viele Menschen begeisterte.
Doch warum wurde Halloween gefeiert? Die Kelten feierten das Ende des Sommers. Die finsteren Monate fingen an. Weil sie dachten, dass in dieser Jahreszeit die Geister der Verstorbenen auf die Erde kommen würden, verkleideten sie sich mit gruseligen Kostümen, um sie zu verjagen. Sie schnitzten Kürbislaternen, um die Seelen vom Haus fernzuhalten.
Auch deutsche Kinder und Jugendliche sind inzwischen von dem Fest begeistert. Man kann sich wie ein Held in seinem Lieblingsfilm verkleiden, gemeinsam mit Freunden oder Eltern an einem gruseligen Kostüm basteln und Partys feiern. Am Abend ziehen sie um die Häuser, um „Süßes oder Saures“ zu bekommen. Vor Gespenstern und anderen schaurigen Gestalten haben sie keine Angst, da sie schließlich verkleidet und oft in einer Gruppe von mehreren Leuten unterwegs sind.
Doch nicht nur Kindern haben Gefallen an diesem Fest – auch Lebensmittelhersteller und die Modebranche wittern ihre Chancen und versehen ihre Produkte mit neuen, dem Thema entsprechenden Logos und Verpackungen, lassen nur für diesen einen Tag T-Shirts mit Hexen, Gespenstern und Kürbissen bedrucken oder kreieren Kostüme und die dazu passenden Accessoires. Natürlich kann jeder selbst entscheiden, ob er ein solches Produkt kaufen will oder nicht, aber ist es moralisch vertretbar, das gleiche Produkt mit einem anderen Aufdruck teurer zu machen?
Vermutlich nicht, aber es war schon immer so, dass für das Produkt der „Kultmarke“ mehr Geld verlangt wurde, als für das der „No Name“–Marke; trotz gleicher Qualität. Hier zählt nur das Image. Letztlich ist Halloween für die Konzerne ein Geschäft. Es geht ihnen lediglich um den Gewinn. Und das klappt vor allem bei den Kostümherstellern.
Sogar die Stars gehen mit Halloweenkostümen auf den roten Teppich, zum Beispiel Heidi Klum, die sich letztes Jahr als alte Oma mit Krückstock zeigte, oder Paris Hilton, die mit ihrem Minnie Mouse Kostüm einen großen Auftritt hinlegte. Klar gibt es Konkurrenz. Wer hat das tollste Kostüm? Wer hat am meisten Geld dafür ausgegeben? Wer bekommt die größte Aufmerksamkeit von den Paparazzi? Doch eigentlich geht es ihnen nur um den Spaß. Solange das Kostüm nicht skandalös ist, ist es okay. Auch die Meinung anderer zu Halloween sollten wir akzeptieren, schließlich sind Geschmäcker ja verschieden.

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