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„Spurensucher“ besuchen LSG

„Herzlich Willkommen, Spurensucher“, so stand es heute Nachmittag an einer Tafel des LSG. Anna-Lena Siefken, Jeannette Kruse, Lena Steinkamp, Serkan Aydin und Behar Agirman von der Realschule Barßel besuchten am Mittwochnachmittag mit ihrem Tutor Rainer Pagel das LSG und stellten ihre Arbeit“Euthanasie – Empörung im NS-Staat“ der Geschichtsgruppe von Herrn Thoben vor.
Der Begriff „Euthanasie“ bezeichnet die systematischen Ermordungen der Behinderten und Kranken zur Zeit des Nationalsozialismusses.

Weitere Informationen zur Euthanasie

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden Behinderte und unheilbar Kranke aus der stets propagierten Volksgemeinschaft – ähnlich den Juden, Sinti und Roma und anderen Gruppen – ausgegrenzt. Ihr Tod bedeutete eine Einsparung für jeden gesunden „Volksgenossen“. Mit den anthropologischen, genetischen und eugenischen Forschungen der „Rassenhygieniker“ wurde ab Herbst 1939 der als „Euthanasie“ bezeichnete Mord an den Menschen gerechtfertigt, deren Leben nach NS-Ideologie „nicht lebenswert“ war. Aus der ursprünglichen Bedeutung des Wortes „Euthanasie“ vom „guten“ oder „schönen Tod“ wurde im NS-Regime die Pflicht des Staates abgeleitet, sich der von den Nationalsozialisten als „Defektmenschen“ und „Ballastexistenzen“ titulierten Behinderten zu entledigen.

Der Ermordung unheilbar Kranker und Behinderter hatte Adolf Hitler im Oktober 1939 mit einem auf den 1. September zurückdatierten und auf seinem Privatbogen verfassten Schreiben die Ermächtigung gegeben: „unheilbar Kranken … [sollte] der Gnadentod gewährt werden“. Die Rückdatierung des Erlasses verdeutlichte, dass mit Beginn des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 auch der innere Krieg gegen Menschen begonnen hatte, die dem Rassenideal der Nationalsozialisten nicht entsprachen und somit als „schädlich“ und „wertlos“ galten. Adressiert war das Schreiben an Philipp Bouhler, Leiter der „Kanzlei des Führers“, und Hitlers Leibarzt Karl Brandt. Unter der Tarnbezeichnung „Aktion T 4“ – benannt nach dem Sitz der Organisationszentrale in der Berliner Tiergartenstraße 4 – setzten sie mit Unterstützung von Ärzten, Pflegekräften und Verwaltungsbeamten in verschiedenen Tötungsanstalten in Deutschland den Massenmord an geistig Behinderten und anderen „unerwünschten Elementen“ um. Insgesamt wurden ca. 70.000 Menschen bei der „Aktion T 4“ kaltblütig ermordet.

Quelle: dhm.de

Mit ihrer Arbeit belegten die „Spurensucher“ aus Barßel beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten sowohl auf Landes- als auch Bundesebene den 1.

Rainer Pagel beim Eintrag ins LSG Gästebuch

Platz und wurden schließlich vom Bundespräsidenten a.D. Christian Wulff im Schloss Bellevue in Berlin für ihre heraussragende Leistung ausgezeichnet. Zur Belohnung gab es 2000 Euro. In ihrer 51-seitigen Wettbewerbsarbeit dokumentierten sie u.a. Grundzüge der Euthanasie – Praxis in Nazi – Deutschland, insbesondere über die Vorkommnisse in der Alten Pathologie in Wehnen, die sie zur Recherchezwecken selbst besucht hatten. Darüberhinaus konkretisierten sie die damalige Euthanisie-Praxis am Beispiel des Großvaters von Jeannette Kruse, der der Euthanasie in Wehnen 1941 zum Opfer gefallen war.
In ihre Präsentation am LSG konnten Sie die Schüler der Geschichtsgruppe mit einbeziehen, denn das Oberthema

Das "Spurensucher" Team

Nationalsozialismus ist  selbstverständlich auch Teil des Geschichtsunterrichtes am LSG. Die Euthanasie war im Unterricht jedoch nur ein kurzes Unterthema, das die Barßeler in den Köpfen der Schüler des LSG nun aber nachhaltig auszubauen wussten. Zum Schluss trugen Tutor Rainer Pagel und die Schüler sich in das LSG-Gästebuch ein. Die Geschichtsgruppe war sich einig dass sich diese Präsentation gelohnt hat.

In dem folgenden Video erhaltet Ihr noch einen weiteren Einblick in die Arbeit der Schülerinnen und Schüler der Realschule Barßel.

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für den Bericht. Allerdings sollte die Quelle für die „Weitere(n) Informationen zur Euthanasie“ kenntlich gemacht werden. Das wäre methodisch korrekt.

    • Danke für den Hinweis. Wir haben die Quelle ergänzt.

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